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Der Wind der Geschichte

Kategorie: Unterkunft

Text und Fotos: Elvira D'Ippoliti



 Ein Abend in der einzigartigen und originalen Jugendstil-Architektur des römischen Hotels Mediterraneo – mit Vogelperspektive von der Terrasse


Rom (TidPress) - Die Dachterrasse des Hotel Mediterraneo ist die höchste Roms und bietet den Gäste eine gemütliche Atmosphäre an. Im Sommer kann man hier im erfrischenden Ponentino-Hauch beim Aperitif oder zum Abendessen verweilen. Viele Vermutungen begleiten seit Jahren das Fehlen dieses leichte Meerwindes, der früher aus Westen am späten Nachmittag über die Stadt wehte. Das faschistische Regime ließ für die Weltausstellung 1942 – die wegen des Krieges nie stattfand – ein neues Viertel bauen. Die Hochhäuser des EUR (Abkürzung für Esposizione Universale Roma), die das Stadtprofil zwischen Ostia und Rom änderten, gaben nun den Ton an. Viele Bauten folgten, wie die der Magliana, die zuletzt schuld daran sind, dass der Ponentino-Wind nicht mehr den Weg von der römischen Küste zur Stadt findet. Zwischen 1940 und 1944 wurde auch das Hotel Mediterraneo errichtet: Ein schlichter Kubus ohne Verzierungen, der nur einige hundert Meter von der Stazione Termini entfernt ist. Das Hotel liegt auf dem Scheitelpunkt des Esquilins, des höchsten der sieben Hügel Roms. Auf seiner Terrasse haben die Gäste das Privileg, den Ponentino wieder spüren zu können. Nichts liegt zwischen dem Meer und diesem kleinen, hoch gelegenen Freiluft-Juwel.









Eine Art historische „Entschädigung“, die uns auch die Möglichkeit gibt, einen Abend im originalen Jugendstil-Ambiente zu erleben. „Alles im Mediterraneo ist echt“, erzählt Direktor Claudio Garbo. Seine Gesten und sein Gesichtsausdruck unterstreichen, dass diese Arbeit für ihn nicht nur ein einfacher Job ist. „Unser kleines Handwerker-Heer ist jeden Tag damit beschäftigt, Möbel und Einrichtungsgegenstände zu restaurieren. Schreiner und Tapezierer ermöglichen es, dass alles so bleibt, wie es damals gedacht worden ist“. Das Resultat ist verblüffend: In der Eingangshalle und in den Räumen des Erdgeschosses sind die Wände mit Marmor, Mosaiken und Vertäfelungen aus kostbaren Hölzern und Einlegearbeiten bedeckt. Die Möbel scheinen neu zu sein, aber haben einen ausgeprägten Stil, den keine modernes Interieur besitzt. Das Meer, dessen Wind die Terrasse des Hotels wie ein Magnet anzieht, ist ein ständig wiederkehrendes Thema des Hauses. Im Frühstücksaal erblickt man holzgeschnitzten Sirenen und Tritonen, und die Lampen erinnern an Schiffslaternen. In der Lounge ist eine Wand mit einer ledernen Karte des Mittelmeers, des „mare nostrum“, bedeckt. Versteinerte Wellen könnten die Stufen aus Marmorblöcke sein, die das Treppenhaus wie eine gewagte Skulptur in die Höhe schwingen lassen.

Vom Dachgarten blickt man auf ein ungewöhnliches 360-Grad-Panorama Roms: Die Kellner servieren einen frischen Rossini-Drink mit Erdbeeren und kleine Brotscheiben mit Lachs, Salami oder Garnelen. Die Stadt bereitet sich auf die Nacht vor und lässt ihre Lichter glühen. Die Atmosphäre wirkt noch magischer: Eine Nische mit einem fein gedeckten Tisch hat als Hintergrund ein Fenster, das Rom wie ein lebendiges Bild einrahmt. Die Geschichte lebt in jedem gegenwärtigen Erlebnis wieder auf und zeigt nur ihr bestes Profil.

Info:

Die sieben Suiten und die 266 Zimmer des Hotels sind mit Originalmöbel ausgestattet. LCD-Monitoren und das wireless-System sind in die Interieurs perfekt integriert. Die Terrasse befindet sich in der 10. Etage und bleibt bis nach Mitternacht offen.

Hotel Mediterraneo
Via Cavour 15 00184 Roma

www.romehotelmediterraneo.it

18.06.2010










 

 

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