Aufmerksamkeit: dieses ist ein altes Archiv. Alle Verbindungen sind untauglich.

November 2004

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Das aktuelle Journal für den Italien-Tourismus


Die Hügellandschaft um Siena: Zeitgenössische Kunst und kulinarische Tradition
Paolo Gianfelici

„L’Arte all’Arte“ beinhaltet zwei parallele Reisewege, die Kunst und Kulinarischem gewidmet sind. Dazu gehört einerseits zum Beispiel der „Orto de’ Pecci“ in Siena, eine mit Wiesen und Sträuchern bedeckte Tal-Ebene unterhalb des Campo, wo der Künstler Cildo Meireles eine dreißig Meter hohe Treppe geschaffen hat („Viagem au Centro do Ceu e da Terra“). Dazu gehört andererseits der Agriturismus von Gianni Brunelli in Montalcino, der von den Reben des San Giovese grosso umgeben ist. Konsultieren Sie zu Künstlern, Kunstwerken und Örtlichkeiten auch die beiden Artikel von Elke Christmann (Archiv, September und Oktober 2004).





San Gimignano (Foto P.Gianfelici)


 

San Gimignano (Terra Italia) – Der Weinort Montalcino ist Ausgangspunkt für “Arte all’Arte”, einem Reiseweg durch die Provinz Siena, bei dem mit Hilfe von (endgültig oder vorrübergehend angebrachten) zeitgenössischen Kunstwerken die Beziehung zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Natur und Menschenwerk zum Ausdruck gebracht wird.

Die Olivenhaine und Weinberge der Senesischen Hügellandschaft lassen geometrische Formen erkennen, als seien sie von Künstlerhand geschaffen. Ihre Früchte tragen die Botschaft einer erlesenen Synthese von ästhetischen Werten in sich. Ich befinde mich auf den beiden Reisewegen von Arte all’Arte, in deren Mittelpunkt Kunst und Kulinarisches stehen.

In Montalcino vermischen sich dörfliche und ländliche Strukturen. Zier- und Gemüse-Gärten, Wiesen, Olivenbäume und Weinstöcke reichen bis an die steinernen Häuser, Stadtmauern und Brunnen. Auf der Piazza Santa Caterina befindet sich unten im Brunnen das Werk von Jannis Kounellis (ohne Titel, 2001).

Auf den umliegenden Hügeln wird die San Giovese grosso-Traube angebaut, aus der (bei fünfjähriger Lagerung) der Brunello und der Rosso von Montalcino hergestellt wird.
Es ist ein unbeschreiblich schöner Anblick, durch die gelben und rostfarbenen Blätter der Weinreben auf die hellbraunen Hügel mit ihren noch vom Pflügen frischen Furchen zu schauen, mit den Umrissen des Monte Amiata in der Ferne.

Der Agriturismus von Gianni Brunelli, der fünf Kilometer vom Ort entfernt auf einer Hügelkuppe liegt, wird in Kürze auch für Besucher zugänglich sein. In diesen heißen Tagen des Spätherbstes hat man von den Zimmerfenstern aus einen phantastischen Blick über die Landschaft. Ich habe auch einige Gerichte probiert. Ganz köstlich die Suppe mit kleinen Nüdelchen (tagliolini) aus passierten Kichererbsen, gewürzt mit herrlich fruchtigem Olivenöl extra-vergine und Rosmarin. Das gut gepfefferte Spanferkel schmeckt intensiv nach wildem Fenchel. Danach kommen die Würste, die in der Pfanne gebratene Schweineleber, die von einer Fettschicht umgeben ist, und zum Schluss die hausgemachten Nachspeisen. Alle probierten Gerichte sind von kräftigem Geschmack. Da passen der Rosso und der Brunello von Montalcino hervorragend dazu.

In Siena rate ich zum Besuch des „Orto de’ Pecci“. Das ist die mit Wiesen und Büschen bedeckte Tal-Ebene, die hinter dem Campo liegt, dem muschelförmigen Platz, wo der Palio stattfindet. Steigt man von unten hoch sieht man in der Ferne die Rückseite des Palazzo Pubblico, die Torre del Mangia. In der Mitte des Orto de’ Pecci hat der Künstler Cildo Meireles eine dreißig Meter hohe Treppe aufgestellt („Viagem au centro do Ceu e da Terra).

Von der Hauptstadt der Provinz Siena aus begebe ich mich nach San Gimignano. Auf der Piazza del Bagolaro befindet sich Joseph Kossuths Monument „Sedia davanti alla Porta“ (Sitz vor der Tür), das mit einem Text von Walter Benjamin an die örtliche Sitte erinnern soll, sich auf der Türschwelle nieder zu setzen.
Unter dem Felsen ist auf einem Olivenfeld das Werk von Massimo Bartolini aufgestellt (ohne Titel, Der Baum und die Welle). Hierbei handelt es sich um ein Schwimmbad mit einem Baum darin, der unaufhörlich von den Wellen bewegt wird.

Im Zentrum von San Gimignano findet man die Buca di Montauto, auf die zwei ausgestopfte Wildschweine hinweisen, die vor der Tür Wache halten. Der Laden ist klein und randvoll gefüllt mit Produkten des eigenen, bäuerlichen Familienbetriebes. So findet man hier Wildschwein-Schinken, stark und sanft geräuchert, Wildschwein-Wurst, die mit Wein, Fenchel, Trüffel und Mirto zubereitet ist, Olivenöl extra-vergine, den Chianti Colli Senesi, den Chianti und den Weißwein Vernaccia von S.Gimignano. Die Besucher von „Arte all’Arte“ füllen das Lädchen im Nu. Sie verlassen es mit voll beladenen Taschen. Gastronomie und Kunst sind aufs Harmonischste miteinander verbunden.


Info:
Associazione Arte Continua
Via del Castellon 11
I 53037 San Gimignano (Siena)
Tel.: +39 0577 907157
E-Mail: info@artecontinua.org
www.artecontinua.org

 




Siena: Orto de’ Pecci (Foto P.Gianfelici).


 

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Luca Maroni präsentiert sein Jahrbuch 2005 im Salone di Torino - die prämierten Weine auch in der Wine Show Roma vertreten
Christmann/Lignarolo

Auf der gut besuchten Weinmesse in Turin wurde der Weinführer des professionellen Wein-Kosters Luca Maroni vorgestellt. Besonderes Augenmerk galt auch den bodenständigen Weinen. In der „Wine Show Roma“ werden am 27. und 28. November die besten Weine des „Salone“ präsentiert.





Montalcino, Weinort des Brunello (Foto: P.Gianfelici)


 
Turin (Terra Italia) – Mehr als 80.000 Weine hat Luca Maroni inzwischen probiert und dies für seine Jahrbücher nutzbar gemacht. Sein „Annuario e Guida dei Vini“ gilt in Fachkreisen als “Bibel” der Weine und wir finden darin Weine aus allen Gegenden Italiens. Für jeden Geschmack gibt es etwas und das in verschiedenen Preisklassen, wie der Piemontesische Gavi aus dem Weinkeller Cantina Produttori del Gavi belegt, der durch Geschmack und Preis überzeugt (0,80 Euro pro Flasche!). Maroni möchte es dem Koster selbst überlassen, in einer sinnlichen Erfahrung zu einem Urteil zu gelangen. Augen, Nase und Mund spielen bei der Prüfung des Weins die wichtigste Rolle. Konsistenz, Ausgewogenheit und Eigenständigkeit sind weitere wichtige Merkmale, die die „piacevolezza“ beim Genuss des Weines bewirken. So nennt er dieses angenehme Gefallen am Rebensaft, sei er nun weiß, rot, rosa oder prickelnd. Nach der Philosophie des Weinführers ist aber immer die persönliche Interpretation des Weinliebhabers gefragt.

Da war der „Salone di Torino“ auf der Lingotto Fiere der geeignete Rahmen für die Prämierung der aufgeführten Weine. Die mit mehr als 40.000 Besuchern stark frequentierte Messe widmete sich am ersten Tag der Thematik der bodenständigen Weine. In einem von Promoter International und der Regierung Piemont organisierten Forum wurde in Zusammenarbeit mit GoWine und Vinum/Gorizia Fiere eine Übereinkunft angeregt, die den Export bodenständiger Weinstöcke in andere Gegenden verhindern soll. Zahlreiche Seminare zu aktuellen Themen wurden angeboten. Die Frage wurde diskutiert, ob der Weinkorken durch einen Schraubverschluss oder einen aus Glas ersetzt werden solle, um mikrobiologische Verschmutzung zu vermeiden. Am wichtigsten aber wohl der Workshop als Treffpunkt für Hersteller und Verbraucher. 220 Betriebe waren verzeichnet, 40% mehr als im Vorjahr, 1500 Kontakte mit ausländischen Käufern aus der ganzen Welt fanden statt. Weinhandlungen, Weinstuben und Restaurants aus Grenzregionen festigten ihre kommerziellen Beziehungen zum Aosta-Tal, der Lombardei und Ligurien.

Die Prämierung der besten Weine war ein Höhepunkt. Unter den Weißweinen war der Abruzzo mit Chardonnay Opsis 2003 (Farnese Vini srl.) von außergewöhnlicher Güte. Man bedenke, dass diese schöne Region bereits bei der „Edizione Cinque Autoctoni 2002“ mit den Rotweinen ganz vorne lag. Für alle, die noch nachträglichen Genuss an diesem Event haben wollen, empfehle ich die Teilnahme an der Wine Show in Rom, wo die besten Weine Turins noch einmal präsentiert werden. Mittelpunkt ist die „Città del Gusto“ mit multimedialer Ausstattung, die vom „Gambero Rosso“ in die Wege geleitet wurde. Wem dies nicht möglich ist, der sollte sich in Luca Maronis Buch informieren oder aber sich in ein Werk vertiefen, dem Luca Maroni dieses Jahr einen Spezialpreis verliehen hat, nämlich dem Buch: „Filosofia del Vino“, erschienen bei Bompiani. Eine Gelegenheit mehr, über die vielfältigen Bedeutungen und unerwarteten Genüsse nachzudenken, die uns der Nektar der Götter schenkt.

Info:
www.lucamaroni.com und E-Mail: Imonline@Imonline.com
Lm srl: Via Flaminia, 1007; 00189 Rom
Tel.:+39 06 332 19 811, Fax: +39 06 332 19 843
www.salonedelvino.com und www.promoterinternational.it
Wine Show Roma: 27. und 28. November, “Città del Gusto”, Via Enrico Fermi 141.
16-20 Uhr für Besucher, 14 Uhr nur für Hersteller.





Die Weinstöcke des Brunello auf dem Hintergrund des Monte Amiata
(Foto: P.Gianfelici)



 


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Trenitalia: Der neue internationale Fahrplan 2005
L.M.

Der für die Abteilung Reisende zuständige Direktor von Trenitalia stellt die neuen Angebote für Österreich, Deutschland und die Schweiz vor. Der neue Fahrplan tritt am 12. Dezember 2004 in Kraft. Fahrkarten für den internationalen Reiseverkehr sind dann unter www.trenitalia.com erhältlich.



Foto: Archiv ÖBB

IC-Zug in Ollersbach (Foto: Archiv ÖBB)

Rom (Terra Italia) – Die neuen Bahnverbindungen wurden am 12. November in der „Stampa Estera“ (Sitz der Auslandspresse in Rom) vorgestellt, und zwar von Massimo Ghenzer für Trenitalia und von Stefan Wehinger für die Österreichischen Bundesbahnen ÖBB.

Künftig fahren dann tagsüber zwei Zugpaare von Venedig nach Wien und zurück. Jeden Abend wird man mit zwei Nachtzügen von Rom und Venedig nach Wien reisen können oder aber von der österreichischen zur italienischen Hauptstadt oder von ersterer zur Stadt der Lagunen.
In Anlehnung an die gemeinsame musikalische Tradition beider Länder hat man sich für die beiden Züge auf den Namen „Allegro“ geeinigt. Trenitalia wird für die Tageszüge „Allegro Stradivari“ die neuen IC Plus-Wagen zur Verfügung stellen und die ÖBB ist für den „Allegro Johann Strauß“ zuständig. Auf der Strecke Wien-Venedig wird man künftig eine Stunde schneller am Zielort sein.

In den Nachtzügen „Allegro Don Giovanni“ (Venedig-Wien) und „Allegro Tosca“ (Rom-Wien) reist man im Komfort-Liegewagen mit vier Plätzen oder in den eleganten Schlafwagen Excelsior vonTrenitalia bzw. im Deluxe der ÖBB. Man kann an Bord zu Mittag und zu Abend essen und ab Frühjahr 2005 auch Fahrräder transportieren.
Beachtenswert die Smart Price-Tarife: ein begrenztes Kontingent von 23.000 Plätzen steht ab 29 Euro (für Sitzplätze) und 49 Euro (für Liegewagen-Plätze) zur Verfügung.

Für den Reiseverkehr mit Deutschland betreffen die Neuerungen vor allem den Einsatz der neuen IC Plus-Wagen von Seiten Trenitalias, d.h. die Tageszüge Rom-München sind mit Klimaanlage ausgestattet und der Nachtzug Neapel-München weist Abteile mit vier oder sechs Plätzen auf.
Am Tag sind weitere sechs Züge mit Bestimmungsort München vorgesehen. Abfahrtsorte sind Verona, Venedig, Mailand und Bozen (mit Rückfahrt).
Zudem soll täglich noch ein Zug Florenz/Venedig – München (über den Brenner) und Mailand-Dortmund (über Chiasso) fahren.
Auch diese Züge sind im Smart Price-Angebot erhältlich, also für 29 Euro am Tag und 49 Euro nachts (im 6er Abteil).

Was die Schweiz anbetrifft, so soll das Angebot für den Cisalpino dadurch erweitert werden, dass weitere Züge zu denen hinzukommen, die bereits im Juni 2004 in die von italienischer und Schweizer Bahn betriebene Cisalpino-Gesellschaft transferiert wurden.
Außerdem wird es zusätzlich noch 12 neue Verbindungen geben, nämlich drei Zug-Paare tagsüber zwischen Mailand und Genf und weitere drei zwischen Mailand und Basel.
Interessant hier der Cisalpino-Day-Tarif von nur 20 Euro, wofür man in die Schweiz mit Rückkehr nach Italien fahren kann, alles inklusive.

Info:
Fahrkarten für die Deutsche, Schweizer und Österreichische Bahn und Pauschalangebote:
DB Reise&Touristik AG, Mailand, Via Napo Torriani, 29 (MM Centrale)
Geöffnet: Montag bis Freitag von 9 bis 19 Uhr (ganztags)

Ticket-Schalter:
Fahrplan Call Center: Montag bis Freitag: 9-13/14-18 Uhr
Tel.: +39 02 67479578 und Fax: +39 02 67479585
www.dbitalia.it und E-Mail: info@dbitalia.it

Pauschalangebote:
Fahrplan Call Center: Montag bis Freitag: 9-13/14-18
Tel: +++39 02 30328990 und Fax: +39 02 67479585
www.dbitalia.it und E-Mail: hotels@dbitalia.it

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Tuscia: Und immer wieder lockt der Bolsena-See
Elke Christmann

Der größte Vulkansee Europas mit den Inseln Martana und Bisentina hat viele Gesichter. Er ist aus der Nähe ebenso faszinierend wie aus der Perspektive der umliegenden Hügel, und Tages-, Jahreszeiten und Wetterlage lassen ihn stets anders erscheinen. Kein Wunder, dass viele, besonders deutsche Gäste in seinem Umfeld Erholung suchen, zumal sie hier von einem deutschen Reiseveranstalter individuell betreut werden.



Friedlicher Bolsena-See
(Foto: E.Christmann)

Bolsena-See vor dem Sturm
(Foto: E.Christmann)

Bolsena (Terra Italia) – Wer jemals mit Fischer Paolo in aller Frühe auf den See zum Fischen hinaus gefahren ist und beim Einholen der Netze die aufgehende Sonne im See hat glitzern sehen, den lässt der Zauber dieses kristallklaren Vulkansees sicher nicht mehr los. Etwas Ursprüngliches, Geheimnisvolles umgibt dieses Naturschauspiel, das sich seit unendlichen Zeiten immer wieder in der gleichen Weise vollzieht und den Menschen daran erinnert, dass er sich der Natur und nicht die Natur sich ihm unterzuordnen hat. In der nächtlichen Dunkelheit werden viele Gedanken wach und während die rauen Taue bei der schweren Arbeit rissige Spuren an den Händen des Fischers hinterlassen, erzählt Paolo gleichmütig von seiner einsamen Kindheit auf der Insel Martana, den schillernden Wanderjahren in fernen Ländern und seiner Rückkehr an dieses Fleckchen Erde, wo er nun tagaus, tagein im Einklang mit der Natur zum Fischen auf den See hinausfährt.

Wer sich gut mit ihm hält – und Bernd Gasser, Präsident des Tourismusverbandes Arca della Tuscia gehört sicher dazu - , der kommt für sich und seine Gäste in den Genuss der „sbroscia“, einer Art Fischsuppe aus kleingeschnittenen Fischen, Kartoffeln und geröstetem Brot, die frisch zubereitet wird und mit Blick auf den See in der Fischerhütte genossen werden kann. Je nach Fang variieren die Zutaten – Hecht, Schlei, Barsch, Maräne und Aal gibt der See her. Dieses Highlight bolsenischer Küche in malerischer Umgebung sollte sich kein Besucher entgehen lassen, am besten (aber nicht nur) im Rahmen einer Feinschmeckerreise. Qualifizierte Unterkünfte hält der deutsche Reiseveranstalter Agenzia Ombrellone (Eleonore und Bernd Gasser) für Individual- und Busreisende bereit.

Angeboten werden Feriendomizile verschiedenster Art und Lage: am See, in der umliegenden Gegend bis hin nach Orvieto und am Meer, in lebhaften Örtchen und in unberührter Natur, je nach Gusto. Ein reichhaltiges Angebot an Zusatzprogrammen im kulturellen (Etrusker- und Pilgergegend!), sportlichen (Wassersport und Mountainbike) und kulinarischem Bereich steht Individual- und Busreisenden zur Verfügung. Bereits jetzt ist gegenüber dem letzten Jahr eine Steigerung der Buchungszahlen um 40% erfolgt, was vor allem auf regelmäßige Qualitätskontrollen zurückzuführen ist. Ab dem kommenden Jahr werden die Unterkünfte mit bis zu fünf „ombrelloni“ (Sonnenschirme) ausgestattet, um dem Kunden die Auswahl zu erleichtern.

Besonders empfehlen kann ich die Unterkünfte der Familien Bruti und Pagliacci, die dieses Jahr mit ihrer „Residence sul Lago“ von der Agenzia Ombrellone ausgezeichnet wurden. Ganz in der Nähe des Sees findet der Gast hier komfortabel eingerichtete Wohnungen mit anliegendem Schwimmbad. Gastlichkeit wird groß geschrieben: Erfrischungsgetränke zur Begrüßung, Begrüßungsfrühstück, Brötchenservice und vor allem eine absolut freundliche Atmosphäre mit der Möglichkeit, einheimische Rezepte kennen zu lernen. Für Nostalgiker weise ich auf die Wohnung im ersten Stock mit Blick auf den See hin. Unter Engelbildern, in geblümter Bettwäsche und im Umfeld von Urgroßmutters Stilmöbeln und Spitzendeckchen schläft und lebt es sich prächtig. Und vielleicht, vielleicht schenkt Ihnen der sympathische Hausherr auch eine duftende Rose von dem Busch vor der Haustür und die Mamma verwöhnt sie mit ihrer überwältigenden Kochkunst – das wünsche ich Ihnen!

Info: www.bolsena.info



Fischer Paolo bei der Arbeit
(Foto: E.Christmann)

Gasser verleiht Preis
an Familien Bruti und Pagliacci
(Foto: E.Christmann)

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Bisentina, die verwunschene Insel im Bolsena-See
Elke Christmann

Wir beginnen unseren Ausflug im Hafen von Capodimonte, der unterhalb des eindrucksvollen Palazzo Farnese gelegen ist. Die unbewohnte Insel ist eine Naturoase mit seltenen Vögeln und Pflanzen und beherbergt eine Kirche mit Franziskanerkloster, eine Kruzifix-Kapelle mit Fresken von Benozzo Gozzoli, ein ehemaliges Gefängnis für Ketzer und den Badeplatz einer Prinzessin mit Blick auf Valentano.



Der Hafen von Capodimonte mit Palazzo Farnese
(Foto: E.Christmann)

Bisentina, der schlafende Dinosaurier
(Foto: E.Christmann)

Capodimonte (Terra Italia) – Die mächtige Herzogfamilie Farnese hatte eine gute Wahl getroffen, als sie ihren Palazzo um 1510 bis 1516 auf mittelalterlichen Ruinen erbauen ließ, konnte man doch von der Höhe den gesamten Bolsena-See und die Hügel bis nach Montefiascone überblicken. Heute ist der unterhalb des Palazzo liegende Hafen Ausgangspunkt für Ausflüge auf die Insel Bisentina. Nähert man sich ihr mit dem Motorboot, wirkt sie wie ein alter Dinosaurier, der friedvoll auf dem Wasser ruht. Die Tuffsteinfelsen – Brutstätte zahlreicher Vogelarten - verraten ihren vulkanischen Ursprung. Bisentina wie auch Martana bildeten sich nämlich aus den Vulkanschloten, die bei der Entstehung des Bolsena-Sees zurückblieben.

Pius II. ließ im Mittelalter entlang der Küste in Anlehnung an die sieben Hügel von Rom sieben Kapellen erbauen. Sie waren Stationen eines Bußgangs, an dessen Ende die Entrichtung eines Obolus und danach der Erlass der Sünden stand. Im Rahmen einer Führung kann man in der Kruzifix-Kapelle heute noch wunderschöne Fresken von Benozzo Gozzoli (15.Jh.) besichtigen, der als Hofmaler der Farnese fungierte. Der Weg zu diesem Kleinod führt an einer Lorbeer-Allee vorbei, die Teil des Klostergartens ist. Hinter der Mauer erwartet uns ein zauberhaftes Wiesengelände mit zwei Maulbeerbäumen, die im Frühling weiß und dunkelrosa blühen. Hier pflegten die Fürsten und geistlichen Würdenträger auch Fasane, Kaninchen und Hasen zu jagen, die die Insel ebenso bevölkern wie Blesshühner, Nachtreiher, Eisvögel, Seidenreiher, Graugänse, Möwen und Falken. Das warme Klima lässt in der kalten Jahreszeit sogar Kormorane überwintern. Nimmt man dann Schleien, Flussbarsche, Hechte, Felchen, Karpfen, Aale und Ährenfische und die Gemüsesorten und Kräuter des Klostergartens hinzu, dann wird klar, dass es sich hier ganz gut leben ließ. Raubtiere sucht man zudem auf der Insel vergebens.

Eine Personengruppe hatte es allerdings schwer: Häretiker schmachteten lebenslänglich in einer Höhle im Monte Tabor. Man kann sie heute noch besichtigen, die fünfzig Meter Stollen zum Innenraum gebückt (1,51m hoch!) zurücklegen und erkennt noch die Reste eines Brunnens, der möglicherweise sogar etruskischen Ursprungs ist. Dunkelheit, Feuchtigkeit und Kälte im Winter beendeten die Haftstrafe meist sehr schnell. Da treibt es auch den Besucher umgehend wieder ins Freie in freundlichere Gefilde. So hält man nachdenklich an der uralten Steineiche inne, bevor man den steilen Weg zur Kruzifix-Kapelle in Angriff nimmt, wartet im Vorhof für die Pilger geduldig auf das Aufschließen der Pforte und steht dann staunend vor den Fresken des Benozzo Gozzoli. Hinter der Kapelle fallen die Tuffsteinfelsen mit ihrer urwüchsigen, mediterranen Vegetation steil ab und vor uns liegt der Bolsena-See in voller Schönheit. Etwas später verweilen wir am „Bad des Sonnenuntergangs“. Von hier aus erblickt man am anderen Ufer den Ort Valentano und gleich auf dem nächst gelegenen Felsen erkennen wir einen kleinen steinernen Löwen. Es wird berichtet, dass hier – gleich bei der ehemaligen Tuffgrube – der Lieblingsbadeplatz der Prinzessin gewesen sei. Die Fischer der Gegend sollen mit ihren Booten als Wachen vor diesem Teil der Küste auf und ab gefahren sein, um sie vor unliebsamen Blicken zu schützen.

Der Duft wilder Pfefferminze begleitet uns beim Gang durch den Olivenhain auf dem Weg zur Klosterkirche. Haselnussbäume, Quitten, Hortensien, ein achtzigjähriger Magnolienbaum, Palmen und ein italienischer Garten in gold-gelben, silbrigen und violett-roten Farben umgeben die 1588 erbaute Kirche. Auch wenn der Kuppelbau innen nicht mehr viel an Kunstdenkmälern enthält, strahlt die Klosterstätte doch sehr viel Würde aus und unterstreicht das friedliche Bild einer verwunschenen Insel, die nicht zu Unrecht oft als Paradiesinsel bezeichnet wird.

Buchung der Besichtigung über www.bolsena.info
Oder E-Mail: monikascholz@virgilio.it, Handy: (0039) 335 667 7350



Uralte Steineiche (Foto: E.Christmann)

Kruzifix-Kapelle auf Bisentina
(Foto: E.Christmann)


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Turin: “Die Ästhetik der Maschine. Von Balla zum Turiner Futurismus“
Chiara Lignarolo

Im Palazzo Cavour in Turin ist bis zum 30.Januar die futuristische Kunst der 20er und 30er Jahre zu Gast. Eine Reise in die Vergangenheit zur Entdeckung der Zukunft.



Ivo Pannaggi (1926)

Benedetta Cappa
"Sintesi delle Comunicazioni aeree" (1933)

Turin (Terra-Italia) – Vom 29.Oktober bis zum 30.Januar 2005 gibt Turin der begeisternden futuristischen Blütezeit in den zwanziger und dreißiger Jahren die Ehre. Im Mittelpunkt stehen illustre Vertreter wie Balla, Depero, Boccioni, Marinetti, Prampolini und Pannaggi. Es handelt sich vor allem um Malerei und Bildhauerkunst, aber auch um Fotografien der damaligen Zeit, Manifeste im Original und Bücher, so dass ein vollständiges Bild zu diesem so innovativen und immer noch aktuellen Phänomen entstehen kann. Die von der Regionalregierung Piemont und dem Kultusministerium organisierte Ausstellung gleicht in Teilen derjenigen, die im vergangenen Jahr zum italienischen Präsidentschafts-Semester in Brüssel stattfand. Dazu kommen jetzt zahlreiche, mit dem Event in Verbindung stehende Veranstaltungen wie der futuristische Abend am 11.Januar im Cinema Massimo und die didaktischen Projekte für die Schulen.

Die Ausstellung im Palazzo Cavour ist von starker visueller Wirkungskraft. Der Zuschauer wird durch einen Korridor mit bemalten Wänden in eine Welt hinein katapultiert, die aus kräftigen Farben besteht – von gelb zu orange bis zu intensivem Rot. Ein von Lebhaftigkeit geprägter Strudel, der eine Verbindung herstellt zwischen der gewagten Verwendung der Tonalitäten und den vielfältigsten und bizarrsten geometrischen Formen.
In den ersten Räumen findet man die Werke von Balla und Depero, die für eine neue Linie in der visuellen Kunst stehen, die von der Suche nach Übereinstimmung von abstrakten Formen und Elementen des realen Universums geprägt ist. So ergibt sich eine wahrhaft mechanisierte Natur, in der die Landschaften aus Kegeln, Pyramiden, Polyädern und Spiralen bestehen.

Heraus kommt der – gelungene – Versuch, nicht nur den Bereich der Malerei, Bildhauerkunst und Dichtkunst zu revolutionieren, sondern auch den der minderen Künste wie den der Einrichtung, Graphik, des Bühnenbildes und der Kleidung. Ein Beispiel dafür ist der bunte Paravent aus dem Besitz des Hauses Balla. Von außerordentlicher Bedeutung sind die menschlichen Figuren von Panaggi, elementare und schematische Physiognomien, die von der Verschmelzung von menschlichen Wesen und Maschinen herrühren. Besonders eindrucksvoll sind die Räume, die der Flugzeug-Malerei gewidmet sind, wo eine innovative Beschreibung einer Realität gegeben werden soll, die die irdische überschreitet. Und so empfindet sich der Besucher von dem Raum an, wo das Innere einer Befehlskabine im Flugzeug dargestellt wird, in ein kosmisches Universum hinein geworfen, das die Realität deformiert. Der Beobachtungspunkt wird verändert, ist einmal schräg, dann vertikal, dann rotierend bis hin zu einem kopfüber Stürzen auf einen unbekannten und weit entfernten Horizont zu.

Faszinierend auch der Kontrast zwischen den beiden monografischen Räumen, die Benedetta Cappa, Marinettis Frau und Gerardo Dottori gewidmet sind. Die erstere elegant in ihren zarten und fast traumartigen Tönen und damit im Widerspruch zu allen anderen präsentierten Werken. Der andere wahnwitzig und obsessiv mit der Darstellung aus der Vogel-Perspektive in seinem Werk „Brand Stadt“ (incendio città), in dem die chromatische Wirkung die Flammen wie Feuerzungen wiedergibt, die als Facetten geometrischer Muster erscheinen.

Die Ausstellung in Turin ist also ein Gang durch die Bilderwelt dieser Pioniere der Zukunft, die es geschafft haben, wissenschaftliche, geometrische und künstlerische Regeln auf der Basis der Realität zu erfassen. Sie sind damit Vorläufer einer technologischen und rationalen Welt, die nach einem Zeitablauf von fast hundert Jahren zum visuellen Umfeld des modernen Menschen geworden ist.

Info:
„L’estetica della Macchina. Da Balla al futurismo torinese”
Turin, Palazzo Cavour, Via Cavour 8
www.palazzocavour.it und Tel.:+39 011 530690
29.10.2004 bis 30.1.2005
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag: 10-19.30 Uhr: Donnerstag: 10-22 Uhr. Montag geschlossen
Eintritt: 2.50 – 6.20 Euro

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Cilento: Casa Albini, ein Domizil zwischen Meer und Bergen
Paolo Gianfelici

Hier erwartet den Touristen ein faszinierendes, historisches Wohngebäude in der Provinz Salerno und mit dem Dorf Copersito ein noch intakt gebliebenes Fleckchen Erde des ehemaligen Königreichs Neapel. Die Sportmöglichkeiten im Umkreis umfassen: Trekking und Mountain-Bike auf den Pfaden des National-Parks im Cilento, Wildwasserfahren und Kajak auf den Flüssen Calore und Bussento, Freizeitfischen und Ausflugsfahrten per Boot oder Segelboot auf dem Tyrrhenischen Meer mit Gelegenheit zur Sichtung von Delphinen.



Copersito Cilento: Casa Albini

Copersito Cilento: Casa Albini

Torchiara (Terra Italia) – Ich begebe mich zur Casa Albini, steige die Treppen hoch und besichtige die Wohnräume mit Kamin, die Bibliothek, das Arbeitszimmer, das Esszimmer und die weiträumige Küche. Es handelt sich um das Haus einer Familie gehobenen Berufstandes, wie es vor hundert Jahren in Süditalien anzutreffen war. Wir können heute tausend Dinge des Lebens genießen, aber vor ein oder zwei Jahrhunderten konzentrierte sich der Genuss für diejenigen, die einen gewissen Wohlstand erreicht hatten, ausschließlich auf das eigene Heim. Zu diesem kleinen Palast gehören viele Nebengebäude und eine Votiv-Kapelle, die ein Vorfahre, der einen Krieg in Russland überlebt hatte, errichten ließ. Erbaut wurde er schon zu Beginn des 18.Jahrhunderts und bis heute wird er von der Familie Albini bewohnt, deren Mitglieder meist den Beruf des Arztes oder Rechtsanwaltes ausübten. Signora Anna, die in Salerno im Gerichtsbereich tätig ist, hat vor einigen Jahren den Beschluss gefasst, das gesamte Gebäude zu restaurieren und durchreisenden Besuchern des Cilento Unterkünfte anzubieten. Drei Zimmer mit Bad und ein unabhängiges Appartement stehen zur Verfügung.

Morgens wird das Frühstück an einem langen, antiken Tisch im Esszimmer serviert. Es ist ein gutes Gefühl, den Tag mit einem netten Gespräch mit den Hausherren und den anderen Gästen zu beginnen, während man vor sich eine Tasse köstlich duftenden Caffès hat und etwas Gebäck nascht. Kurz danach begebe ich mich auf eine, zur Casa Albini gehörenden, großen Terrasse und bewundere das geschichtsträchtige Dorf Copersito, das zur Gemeinde Torchiara gehört. Hier wohnen nur noch siebzig Personen in den Gebäuden früherer Zeiten. Es grenzt fast an ein Wunder, dass die Bau-Spekulation und andere Negativ- Erscheinungen nicht bis hierher gelangt sind, und so ist dieses Fleckchen Erde in seiner Unversehrtheit heute noch ein sichtbares Zeichen für das in dieser Provinz dereinst bestehende Königreich Neapel.

Ein kleiner Feldweg lädt mich von der Casa Albini aus zu einem Spaziergang ein, und umgeben von Oliven- und Obstbäumen wandere ich hoch zum Monte Stella. Das Panorama ist einfach großartig: Vor mir liegt der Golf von Salerno und in der Ferne erkennt man die Insel Capri.
Auf dem Gipfel des Berges erhebt sich die Burg Cilento, eine Festung mit eindrucksvollen Mauern, die in allen vier Himmelsrichtungen die Provinz Salerno dominiert. In der Vergangenheit stellte sie einen militärischen Beobachtungspunkt von herausragender Bedeutung dar. Heute bietet sie die einmalige Gelegenheit, diesen verlockenden und bisher noch wenig bekannten Landstrich aus der Höhe zu bewundern.
Wer Lust auf Trekking hat, kann mit dem Auto zur Rocca Cilento fahren. Ich rate Ihnen, in Valtolla eine Pause einzulegen, um den Palazzo Vargas zu besichtigen, wo der Philosoph Gian Battista Vico einige Jahre lang gelebt hat.

Langeweile kann in dieser Gegend jedenfalls nicht aufkommen. Die Assoziation Montanari-Ripe (Punto verde e blu) hat Vorschläge für verschiedenste Ausflüge. Dazu gehören Trekking und Mountain-Bike auf den Pfaden im National-Park des Cilento und des Vallo di Diano, Wildwasserfahren und Kajak in den Stromschnellen der Flüsse Calore und Bussento, geführte Besichtigungen an archäologischen Stätten, mittelalterliche Dörfer, Bauernhöfe, Weinkeller, Ölmühlen und Käsereien (zur Herstellung der berühmten Mozzarelle aus Büffelmilch!).

Und dann vergessen wir auch nicht, dass sich das Tyrrhenische Meer ganz in der Nähe befindet. Hier verweist die Associazione Montanari-Ripe auf Bootsfahrten nach Capo Palinuro und zur Insel Licosa, auf Freizeitfischen von Sardellen, Zackenbarsch, Goldbrasse, Seebarsch, Krebse und Langusten....Oder aber auf Ausflugsfahrten im Motor- oder Segelboot, bei denen man Delphine sichten kann.

Info:
Casa Albini, Via Vittorio Emanuele 5, 84076 Copersito-Torchiara (Salerno)
www.palazzoalbini.it und E-Mail: casa.albin@virgilio.it
Tel.:+39 0974 831392

Associazione Montanari Ripe Rosse (Centro Locale del Parco Nazionale del Cilento e del Vallo di Diano)
Punto verde e blu:
www.cilentoverdeblu.it und E-Mail: puntoverdeblu@libero.it
Tel.: +39 0974 964488 und +39 339 6684818



Casa Albini

Casa Albini

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Kampanien: In Baronspalästen und aristokratischen Villen auf dem Lande wohnen
Paolo Gianfelici

Im Palazzo della Provincia von Salerno stellte sich die neue Vereinigung „Residenze d’Epoca della Regione Campania“ (Historische Domizile der Region Kampaniens) vor. Man kann ganz in der Nähe der Tempel von Paestum übernachten oder aber auf den Abhängen im Berggebiet des Cilento.



Blick von der Burg Cilento (Foto P.Gianfelici)

Landschaft im Cilento (Foto P.Gianfelici)

Salerno (Terra Italia News) – Ein Urlaub in Kampanien bedeutet nicht nur Meer, Strände und Inseln. Im Cliento, in der Gegend um Avellino und Benevento kann man zu dieser Jahreszeit wunderschöne Spaziergänge auf den mit Buchen und Esskastanien bewaldeten Abhängen machen. Die Farben der Natur sind hinreißend. Sie gehen vom Dunkelgrün bis Silbergrün der Olivenbäume bis hin zum Rostbraun der Wiesen und Sträucher. Alte Burgen und Adelspaläste reizen zur Besichtigung, und die Dorf-Gasthöfe, wo man noch die einheimische Küche mit kräftigen und wohlschmeckenden Gerichten serviert bekommt, laden zur Rast ein.

Die erst am 26. Oktober vorgestellte Vereinigung „Residenze d’Epoca della Regione Campania“ bietet den Touristen die Möglichkeit, in Barons-Palästen, aristokratischen Villen auf dem Lande und Wachtürmen zu wohnen.
Nur wenige hundert Meter vom Zeres- und Poseidon-Tempel in Paestum fährt man eine bewaldete Privatstraße entlang und gelangt zur Villa Salati, einem zauberhaften Gebäude, in dem die Besitzer des Landguts wohnen. Steigt man auf einer Treppe aus Tonfliesen in den darüber liegenden Stock, empfängt einen ein großer Aufenthaltsraum, ein Arbeitszimmer und ein Esszimmer, die mit Möbeln aus dem 19. Jahrhundert ausgestattet sind. Es herrscht die warme, einladende Atmosphäre eines bewohnten Ortes. Nach dem großartigen Anblick der beleuchteten antiken, griechischen Tempel sollte man auf keinen Fall die Gelegenheit versäumen, in dieser Villa zu Abend zu speisen und zu übernachten.

Einige „Residenze d’Epoca della Campania“ sollten besonders erwähnt werden: Casa Albini in Torchiara im Cliento (Provinz Salerno) liegt auf den Hängen des Monte Stella zwischen Obst- und Olivenbäumen. In der Provinz Avellino befinden sich der Palazzo Marchesale Caracciolo in Cervinara, der Palazzo Baronale Di Marzo in Tufo und Castello Lancellotti in Lauro. In der Provinz Benevento sollte Villa Laura in Moiano und in der Provinz Caserta Villa De Pertis a Dragoni genannt werden.

Für Nostalgiker besteht auch die Möglichkeit, bei einem Bauerngut von Avellino einen Oldtimer mit Chauffeur zu mieten. Ich selber reiste von Salerno nach Paestum in einem Berliner Citroen der dreißiger Jahre. Es dauerte vielleicht eineinhalb Stunden, aber es lohnte sich. In der Villa Salati fühlt man sich in eine andere Zeit versetzt und dort mit einem Fahrzeug verflossener Zeiten anzukommen, ist ein ganz einmaliges Gefühl.

Info:
Ein vollständiges Verzeichnis der historischen Domizile auf dem Land mit weiteren Informationen ist erhältlich über:
Associazione „Residenze d’Epoca della Regione Campania“
Via Gaetano di Marzio 2,, 83010 Tufo (Avellino)
www.residenzedepocacampania.it und E-Mail: Info@residenzedepocacampania.it
Tel.: +39 348 5108195 und +39 338 6319216
Oldtimer unter: www.autodacerimonia.it



Burg Cilento (Foto P.Gianfelici)

Vatolla: Palazzo Vargas (Foto P.Gianfelici)

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Carrara: Fotos und Zeichnungen auf Marmor
Paolo Gianfelici

Die Ausstellung „Disegnare il marmo“ (Entwürfe zum Marmor) weist Werke von 41 Künstlern auf – von Bildhauern, Architekten, Designern, Fotografen und Malern - , die neue, expressive Techniken ausprobiert haben. Eindrucksvoll der Walfisch, der auf einer weißen Stein-Fläche wie auf einer Welle reitet. Interessant auch der Besuch in den Werkstätten, wo der „Handwerks-Künstler“ das Werk des „Entwurf-Künstlers“ ausführt.





Aldo Mondino: "Das ABC des Jarry"


Carrara (Terra Italia News) – Marmor allein wird heutzutage als „kaltes“ Material empfunden. Bildhauerkunst und zeitgenössische Architektur benötigen deshalb neue expressive Techniken, die Marmor mit Blei, Glas, ja sogar mit Plastik in Verbindung bringen, die sich neu auf einen mutigen Umgang mit den Farben einlassen, dazu das Einfügen von Mosaiken und besondere Einmeißelungen einführen.

Die Ausstellung „Disegnare il marmo“ unter Leitung von Marisa Vescovo (Carrara, Centro Saffi, Palazzo Binelli, geöffnet bis 19.12.2004) beherbergt Werke von 41 Künstlern (Bildhauern, Architekten, Designern, Fotografen und Malern), die mit neuen Ausdrucksformen experimentiert haben. Monatelang wurde nach Skizzen und Entwürfen der Künstler gearbeitet, bereitete man die großen, steinernen Platten vor, die bei einem Aufriss von 200x150 Zentimetern hauchdünn sein mussten.

Marco Gastini hat für sein Werk Blei und farbige Harze verwendet. Der Fotograf Nino Migliori benutzte unter Mithilfe eines Glasbläser-Meisters aus Murano dünne, farbige Glasplatten und flüssiges Plexi-Glas, das kalt in das Innere des gemeißelten Marmors eingefügt wurde. Denis Santachiara hat auf einer ganz leichten Platte eine Zeichnung angebracht, die durch eine rückseitige Beleuchtung durchsichtig wirkt. Drei Fotografen haben zum ersten Mal Panorama-Bilder auf Marmor angebracht. An deren weißen Stellen werden die Farbnuancen des marmornen Grundes sichtbar. Nicola Salvatore hat einen Wal entworfen, der auf einer weißen Steinfläche wie auf den Wellen reitet.
Ob dieses, in der Ausstellung initiierte Unterfangen wohl Aussicht auf Erfolg hat? Betrachtet man die Ergebnisse in den Räumen des Centro Saffi und des Palazzo Binelle, dann sieht es gerade so aus.

Andrea Zanetti, Kulturdezernent der Gemeinde Carrara, der die Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Akademie der Schönen Künste organisiert hat, bemerkte hierzu:“Von den Ausführenden wurde verlangt, die Jahrhunderte alten Erfahrungen und Fähigkeiten mit den neuen und komplizierten Technologien in Einklang zu bringen.“
Die Handwerker in den Werkstätten des Consorzio del Marmo haben den Marmor zu Kunstwerken umgestaltet. Roberto Pedrini, der junge Präsident des Consorzio und Inhaber einer Werkstatt, die seit Generationen als Familienbetrieb fungiert, ist davon überzeugt, dass durch die neuen, digitalen Geräte zwar einige Arbeitsabläufe für den Handwerker einfacher werden, dass man aber für den letzten Schliff ein ausgesprochen künstlerisches Talent vorweisen muss.
Nur dann kann es dem „Handwerks-Künstler“ gelingen, das Werk des „Entwurf-Künstlers“ umzusetzen. Heute sind in Carrara etwa fünfzig Werkstätten in Betrieb. Die von Pedrini befindet sich in Carrara-Avenza (Via Zaccagna 6, Tel.:+39 0585 55945). Es ist eine interessante Erfahrung, die meist von jüngeren Leuten geleiteten Werkstätten zu besichtigen und die Ergebnisse einer Arbeit in Augenschein zu nehmen, die hier seit mindestens einem halben Jahrtausend ausgeführt wird.

Aber Carrara ist nicht nur Marmor-Hochburg. Sie ist auch eine schöne Stadt mit einem reizenden, kleinen historischem Zentrum aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Es sollte eigentlich ein bisschen mehr zu seinem Erhalt getan werden. Es fehlt eine Fußgängerzone, viele Gebäude müssten restauriert werden, hier und dort sieht man Tür- und Fensterrahmen aus Aluminium (sogar vor dem Sitz der Akademie der Schönen Künste!). Und trotzdem hat das historische Zentrum einen ganz eigenen, besonderen Charme. Er beruht auf einem besonderen Flair, den ihm das Bürgertum und die Aristokratie von Carrara bis vor einem Jahrhundert gegeben haben, jene Gruppe der Bevölkerung, die der „coltivazione“ nachging, wie man hier sagt, das heißt dem Marmorabbau aus den Steinbrüchen.
Im Hintergrund der Stadt erkennt man die unglaublich schöne Szenerie der Apuanischen Alpen, deren Abhänge vom Grün der Wälder und dem weißen Stein des Marmors geprägt sind.

Info:
„Disegnare il Marmo“, Carrara, Centro Saffi, Palazzo Binelli
23.10. bis 19.12.2004; Öffnungszeiten: 10.30 - 12.30 und 15.00 – 19.00 Uhr.
Montags geschlossen. – Eintritt frei.
www.comune.carrara.ms.it und E-Mail: infocultura@comune.carrara.ms.it
Tel.:+39 0583 641394



Carrara (Foto P.Gianfelici)

Carrara: Piazza Alberica (Foto P.Gianfelici)


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Arte All’Arte: Ein Reiseweg der modernen Kunst an klassischen Plätzen der Toskana. 2. Buonconvento, Montalcino, Siena
Elke Christmann

Renommierte internationale Künstler verschönern und interpretieren Stätten in toskanischem Umfeld, so die Zielstellung der Bewegung „Arte Continua“. Wer bereits die Werke von Massimo Bartolini (San Gimignano), Antony Gormley (Poggibonsi) und Tadashi Kawamati (Colle di Val d’Elsa) kennengelernt hat (s. früheren Artikel), sollte nun bis 6.Januar Lucy Orta in Buonconvento, Per Barclay in Montalcino und Moataz Nasr in Siena die Ehre geben.



Werk von Per Barclay
in der Kirche San Francesco,
Prato all’Ospedale in Montalcino
(Foto: E.Christmann)

L. Orta und M. Cristiani
vor “Dream Tower” im Museo d’Arte Sacra
in Buonconvento (Foto: E.Christmann)


Siena (Terra Italia) - Wenn man aus Siena mit dem Fernbus kommend in die Brunello-Stadt Montalcino fährt, streift man den eher wohl weniger bekannten Ort Buonconvento. Machen Sie dort Halt und beschreiten Sie ihn durch das große Eingangstor der noch vorhandenen Stadtmauer , das Sie augenblicklich auf höchst ungewöhnliche Weise dekoriert vorfinden. Die vertikale Ausrichtung des Gebäudes wird unterstrichen durch bis auf etwa zehn Meter Höhe miteinander verbundenen Jacken gleichenden Kleidungsstücken, die mit ihren bunten Farben den Fähnchen ähneln, die früher auf toskanischen Palazzi zu finden waren. Sie wirken einheitlich, sind aber im individuellen Ausdruck unterschiedlich. Eine wichtige Aussage ergibt sich sicher durch die Seile zu beiden Seiten, die Verbindung und Absicherung zugleich signalisieren.

Die Künstlerin Lucy Orta, 1966 geboren in England, aber jetzt in Paris lebend, kombiniert in ihrer Kunst Aspekte der Architektur, Mode und soziales Engagement und ist durch viele Performances (s. in Deutschland in Köln) international bekannt. Neben dem „Connector Body Architecture” genannten Werk hat sie weitere Objekte im Museo d’Arte Sacra della Val d’Arbia ausgestellt, dort konfrontativ in der Umgebung klassischer Gemälde. So findet man unter dem Bild einer Renaissance-Madonna ihre aus Stahl geformte Wiege mit gläsernen Gebilden darin und im Gang zwischen den anderen Gemälden weitere , kleinere Werke aus dem gleichen Material. Eine sehr schöne Idee ist der Dream Tower am Ende des Raumes, der neben den schlafenden, angedeuteten Kindergestalten einen Aufbewahrungsplatz vorsieht für die Glasröhrchen, in die jeder Besucher seinen eigenen Traum auf ein Blatt Papier schreiben kann. Nach dem Besuch dieses Museums kann man sich im Museo della Mezzadria Senese an der Piazza Garibaldi über traditionelle Künste des Ortes informieren und das für Arte all’Arte 2003 erstellte Projekt von Erminia De Luca bewundern.

Die Straße nach Montalcino ist zu jeder Jahreszeit eine Augenweide besonderer Art. Im Herbst untermalen die Furchen der braunen Erde die sanften Hügellinien, auf denen die Zypressen weithin sichtbar den Weg zu den oft einsamen Gehöften mit ihren typischen, nur wenig geneigten, viereckigen Dächern markieren. Die Weinreben beginnen mit der Färbung und die blauen Trauben hängen dicht an dicht. In einem genau umrissenen Gebiet wird der berühmte Brunello angebaut, und es gibt wohl kaum einen Ort, dessen Leben so nachdrücklich durch diese Naturprodukt geprägt ist. So ist es denn mehr als verständlich, dass der Norweger Per Barclay in seinem kraftvollen Werk in der Kirche San Francesco, Prato all’Ospedale dieses Thema aufgegriffen hat. Tausend Meter durchsichtige Schläuche füllen die Kirche in allen Richtungen, umgeben schlangenartig den Altar, erheben sich über dem Eingang und vor allen Dingen bilden sie eine riesige, runde Form von Schläuchen, in denen der mit Wasser vermischte Wein pulsiert. Der Besucher erlebt dies zunächst als Schock und Provokation, der er sich stellen muss. Wein und Blut, Elemente des christlichen Glaubens, das Motiv der Schlange, ein nimmer endender Bewegungsfluss – Elemente für eine tiefere Kontemplation. Der 1955 in Oslo geborene Künstler lebt und arbeitet heute in Paris, war bis 1994 in Italien tätig, wo er durch zahlreiche, wichtige Ausstellungen bekannt ist. Die Teilnahme an der Biennale in Venedig (1990) und der Biennale von Valencia (2001) sollten besonders erwähnt werden.

Wer sich als Erinnerung an dieses eindrucksvolle Erlebnis den kostbaren Wein von Montalcino mit nach Hause nehmen will, findet in den alten Gassen beste Angebote. Auf jeden Fall lohnt auch die Besichtigung der 1361 von den Senesen gebauten, riesigen Festung, das von Jannis Kounellis für Arte all’Arte 2001 erstellte Werk auf der Piazza Santa Catarina, das Glas-Museum im Castello di Poggi auf dem Weingut Banfi und die romanische Abtei Sant’Antimo.

An den Schluss des Rundgangs möchte ich das Werk des ägyptischen Künstlers Moataz Nasr in der berühmten Kunststadt Siena setzen. Bekannt wurde er durch seine Teilnahme an der Biennale in Dakar (2002), der letzten Biennale in Venedig, der Ausstellung im Kunstpalast in Düsseldorf mit dem Werk „One Ear of Mud Another of Dough, das ihm 2001 den großen Preis der Biennale von Kairo einbrachte. In Siena hat er den Brunnen Fonte del Casato neu gestaltet, aber vor allem mit seinem Werk „Tears“ in der Kirche Sant’Agostino an der Piazza di Sant’Agostino ein Zeichen gesetzt. Das leider nur schwer fotografierbare Werk besteht aus fünf kristallenen Tränen-Formen, die bei einem Madonnenbild von der Kirchendecke hinab hängen und symbolisch auf dem Fußboden eine kleine, gläserne Pfütze bilden, Symbol der vergossenen Tränen eines gesamten Kosmos, der von großem Leid, Konflikten und Elend betroffen ist. Auch die heiligen Stätten sollen durch ihre Religionskriege mit einbezogen werden.

Arte continua – die Kunst geht weiter! Hoffen wir auf eine neue Ausgabe im nächsten Jahr, die es wie diesmal im Gegensatz zur großen Politik schaffen möge, Künstler verschiedenster Länder an einen Tisch zu bringen und unter Einbezug der Vergangenheit die drängenden Themen der Zeit nicht zu vergessen. Mein Kompliment an die Veranstalter!

Der in Italienisch und Englisch verfasste, farblich bebilderte Katalog enthält viele wertvolle Zusatzinformationen über die Künstler, ihre Werke und die Ausstellungs-Orte, dazu eine fotografische Geschichte von Rocco Dubbini.

Info:
www.arteallarte.org und www.artecontinua.org und E-Mail: info@artecontinua.org
Unterkünfte in den Ausstellungsorten: Associazione Strutture Extralberghiere:
E-Mail: maurizio@temainf.it und Tel.:+39 0577 943190)




L. Orta: Stadttor von Buoncovento
(Foto:E.Christmann)

M.Nasr: Fonte del Casato in Siena
(Foto: E.Christmann)

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Ein internationales Mega-Essen auf 50.000 Quadratmeter im “Salone di Gusto” von Turin!
Chiara Lignarolo

Der Geschmack feierte Triumphe beim “Salone di Gusto” 2004 und so erklärt sich auch der zunehmende touristische und kommerzielle Erfolg. Die von Slow Food und der Region Piemont organisierte Veranstaltung fand im Ausstellungsgelände der Lingotto Fiere von Turin statt.



Kakao-Früchte

Kürbis-Verzierer


Turin (Terra Italia) – Die Shopping-Tour der Gaumenfreuden beginnt in der Wurst-Straße, führt weiter zur Käse-Straße und erreicht nach einer Zwischenstation am Bier-Platz schließlich die Straße der Süßigkeiten. Man braucht wahrhaftig eine Art Stadtplan, wenn man sich innerhalb dieser Zitadella des Geschmacks, die nunmehr zum fünften Mal stattfindet, zurecht finden will. Die Unterteilung in themenorientierte Straßen unterscheidet den Salone del Gusto von anderen kommerziellen Messen. 500 italienische und ausländische Aussteller, 11 nach Themen geordnete Straßen, wo die Stände sozusagen die gleiche Art Produkte aufweisen, 190 italienische Standorte von Slowfood, 60 Nationen zur Vertretung des Weltmarktes, 21 Slow-Reiserouten zur Entdeckung der „leckersten“ Landstriche, 41 von Slow Food empfohlene Restaurants und Gasthäuser in Turin. Ein Konglomerat an Farben und Geschmacksrichtungen, das sich nicht nur auf die italienische Tradition beschränkt, sondern die ganze Welt mit einbezieht. Im Mittelpunkt dieses „Gusto-Reigens“ stehen in der Tat internationale Spezialitäten: Mais-Tortillas aus Mexiko, schwedische Suovas (getrocknetes Rentierfleisch), Vanilleeis aus Madagaskar, Kartoffeln von den Bauern der Anden, hochwertiges Getreide aus Äthiopien bis hin zu den lokalen Varianten des indischen Basmati-Reis. Eine Feinschmecker-Reise rund um die Welt für anspruchsvolle Gaumen!

Wichtig dabei nicht nur die Produkte, sondern auch die, die sie herstellen: Bauern, Hirten, Handwerker und Fischer. Sie legen Zeugnis ab vom leidenschaftlichen Einsatz, der ihre Arbeit beseelt und vertreten eine alteingesessene Kunst, die den Interessierten kulturelle Werte näher bringen kann, die mit der Landwirtschaft und den Nahrungsmitteln der Vorfahren verbunden sind.

So wurde ein echter Markt geschaffen, der nicht nur den wirtschaftlichen Aspekt im Auge hat, sondern auch ethische und soziale Ziele berücksichtigt, sozusagen ein Treffpunkt ist, ein Ort des Austausches und der Zusammenkunft. Es besteht vor allem die einmalige Gelegenheit, solche Speisen kennen zu lernen und zu probieren, die über die normalen Handelswege meist nicht zur Verfügung stehen. Um einen direkten Kontakt zwischen Produzent und Verbraucher herzustellen, haben die Hersteller des Ursini-Öls zum Beispiel mit Hilfe einer transportablen Öl-Mühle eine sofortige Pressung biologisch angebauter Oliven bewerkstelligt. Eine ebenso glänzende Idee hatten Le Baladin mit ihren innovativen Biersorten feinster Geschmacksrichtungen, die damit die Restauration um ein Getränk bereichert haben, das zu den großartigsten Gerichten passt.

So befindet sich denn die Philosophie von Slow Food auf der Siegerstraße mit ihrer Vorstellung von der naturgegebenen Vielseitigkeit der Produkte und einem angestrebten Lernprozess hinsichtlich der Ernährung. Damit verbindet sich die Überzeugung, dass die Nahrung Ausdruck zweier grundlegender Elemente ist, nämlich des Bodens, dem jedes Nahrungsmittel entstammt und der Gemeinschaft der Menschen, die es anbauen, verändern, vermarkten und kochen.
Auch dieses Jahr ist es also dem Salone di Gusto gelungen, das Beste im Bereich der internationalen Getränke- und Esskultur zusammen zu stellen. Als Garant von Authentizität und strenger Qualitätskontrolle können die beiden europäischen Gütesiegel DOP und IGP gelten. Das erstere bezeichnet ein an eine Region gebundenes Produkt, bei der alle Phasen der Produktion in einem begrenzten Areal ablaufen müssen. Dies trifft zum Beispiel für den Schinken von San Daniele zu, die Wurst von Kalabrien und den Parmigiano Reggiano. Das Gütesiegel IGP dagegen beinhaltet, dass zumindest eine Phase der Produktion in einem bestimmten Areal der Gegend stattzufinden hat. Als Beispiel können der Südtiroler Speck, die Zitronen von Amalfi und der Contechino aus Modena, eine Kochwurst aus Schweinefleisch, angeführt werden. Beide Gütesiegel stellen eine Antwort auf die verbreitete Qualitätsnachfrage eines Publikums dar, das immer achtsamer und anspruchsvoller beim Lebensmittelverbrauch wird. Ein Publikum, das mit einer Anwesenheit von 150.000 Personen dem Salone del Gusto 2004 einen überwältigenden Erfolg beschert hat.

Info:
www.slowfood.it oder www.slowfood.com
Öl und Oliven von Ursini srl: www.ursini.com und Tel.: +39 0872 579 060/0872 60 361

Le Baladin: www.birreria.com und Tel.: +39 0173 778 013


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Space Supranational Hotel: Buchung, Verkauf und Marketing - einfach, schnell und international
Chiara Lignarolo

Dreißig Jahre nach Gründung von Space Supranational Hotel, marktführende Gesellschaft im Bereich Hotelbuchung und Organisation von Meetings, wurde dieses Ereignis im Ambasciatori Palace in Rom gefeiert. Tausend Hotels, eine einzige Telefonnummer und das kostenlos.





Erba (Como) Hotel Castello di Casiglio



Rom (Terra Italia) – Eine kostenlose Rufnummer, zwei Web-Seiten, 22 Büros, um mehr als 1000 Hotels in 62 Ländern der Welt zu buchen - das sind die Zahlen von Space Supranational Hotel, der Gesellschaft, die auf Initiative einer kleinen Gruppe von Hotelbesitzern entstanden ist, um damit ein sicheres und schnelles Buchungssystem zu schaffen.
Ein System, das auch heute noch funktioniert, bei einem Umsatz in 2003 von mehr als18 Millionen Euro und über 168.000 verkauften Zimmern.
Einfach und schnell, diese Kombination erfreut sich bei der internationalen Kundschaft (Agenturen, Reisen, Vereinigungen, Betriebe, Berufstätige) großer Beliebtheit. Man ruft die Service-Nummer an, um ein Hotel zu buchen und kann live Verfügbarkeit, Tarife, Dienstleistungen und weitere Informationen erfahren.
In Italien sind mehr als 100 Hotels mit drei bis fünf Sternen (durchschnittlicher Preis 133 Euros) an 50 verschiedenen Orten vertreten: von Amalfi bis Turin, von Forte dei Marmi bis Ischia, von Riva del Garda bis Siena.
Besondere Aufmerksamkeit verdient Österreich, dessen sprichwörtliche Gastfreundschaft durch Austrohotel deutlich wird, einer in Wien, Salzburg und Innsbruck aktiven Hotelgruppe, die als Partner von Supranational fungiert.
Zum Schluss noch ein Blick auf berufliche Reisen. Mit 3150 Meeting-Sälen, die sich auf die ganze Welt verteilen, ist Space Hotel in der Lage, einen Sitzungssaal in Europa, ebenso wie im Mittleren Orient, in Afrika wie in Amerika zu buchen. All dies durch ein einziges Meeting Desk, das eine schriftliche Bestätigung des Kostenvoranschlags wie alle anderen, mit der Organisation des Events in Verbindung stehenden Abmachungen, bewerkstelligen kann.

Info:
Service-Nummer von Italien: 800.813.013

Service-Nummer aus dem Ausland: +39 06 44 57 346
www.spacehotels.it
www.snrhotels.com

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San Floriano del Collio: Golf Hotel – Castello Formentini
Paolo Gianfelici

Das Golf Hotel liegt - nur einige Kilometer von Gorizia entfernt - auf dem Gipfel eines Hügels inmitten einer der wichtigsten Weinanbaugebiete Italiens, dem Collio. Im Restaurant des Castello Formentini werden die Speisen nach einer alten Rezeptur des Meisters Martino, dem Koch des Patriarchen von Acquileia, zubereitet. Übernachtungsmöglichkeit besteht im mittelalterliche Torre della Bora (Turm der Bora).



S.Floriano im Collio (Foto P.Gianfelici)

Die Hügel des Collio (Foto P.Gianfelici)

San Floriano del Collio (Terra Italia) – Dieser Ort eignet sich hervorragend für einen kurzen, romantischen Aufenthalt. Es ist sicher kein Zufall, dass ich ihn zum ersten Mal habe nennen hören, als mir ein befreundetes Paar glücklich berichtete, es habe den Valentins-Tag innerhalb der Mauern dieses antiken Ortes verbracht.
Das Golf-Hotel-Castello Formentini liegt – nur wenige Kilometer von Gorizia entfernt – auf dem Gipfel eines Hügels inmitten einer der wichtigsten Weinanbaugebiete Italiens. Im Restaurant des Castello werden samstagabends Banketts angeboten, die mit Speisen, Musik und Kostümen eine mittelalterliche Atmosphäre aufleben lassen. Die Gerichte entstammen alten Rezeptbüchern des Meisters Martino, seines Zeichens Koch des Patriarchen von Aquileia, und werden in einer Brotkruste serviert.

Die fünfzehn Hotelzimmer – allesamt mit Möbeln und Stichen aus dem 18. und 19.Jahrhundert ausgestattet – sind durchweg aus restaurierten Steinbauten des Ortes San Floriano entstanden. Hundertjährige Linden umgeben den Gebäudekomplex und strahlen im Frühling ihren süßen Duft aus. Dazu kommen die smaragdgrünen Wiesen des Golfplatzes mit neun Löchern. Genau genommen ein Gelände, das wegen seiner Abschüssigkeit sehr anstrengend ist. Immerhin gibt es nur einige Kilometer entfernt einen anderen Golfplatz, der für weniger Geübte besser geeignet ist.

Als Unterkunft empfiehlt sich die mittelalterliche Torre della Bora, wo auf drei Ebenen eine Suite für zwei bis drei Personen eingerichtet ist (Aufenthaltsraum mit Kamin, Wohnzimmer mit Bibliothek, Zwischenstock und kleiner Balkon), mit eigenem Garten, Barbecue und Zugang zum großen Park des Castello Formentini (mit Schwimmbad in angenehmer Lage).
Den Gästen steht rund um die Uhr ein kaltes Büffet zur Verfügung. Bevor man Ausflüge nach Gorizia, Triest, Grad oder Aquileia unternimmt oder auch bei der Rückkehr hat man so immer Gelegenheit, die vorzüglichen Wurst-, Käse- und Gemüsesorten zu probieren, ebenso wie süßes Naschwerk, frisches Obst, Weine des Collio, Bier vom Fass und Grappa. All dies für höchstens hundert Euro pro Tag (Übernachtung, Frühstück und Büffet).

Ab Mitte Oktober organisiert das Golf Hotel auf Anfrage Minikurse zur Weinverkostung für kleine Gruppen (von vier bis zehn/zwölf Personen). Der Minikurs umfasst zwei Stunden Verkostung bei der Enoteca del Castello am Nachmittag des ersten Tages von 16.30 bis 18.30 und eine Führung durch einen Weinkeller des Collio am Nachmittag des zweiten Tages.

Nur fünfhundert Meter vom Hotel entfernt befindet sich die Grenze nach Slowenien. Gleich danach ändert sich die Landschaft vollkommen. Aus den sanfen Hügeln des Collio werden raue Berge aus felsigem Karstgestein und die dort vorhandenen Wildbäche eigen sich gut zum Rafting.

Info:
Golf Hotel Castello Formentini S.Floriano del Collio (Gorizia), Via Oslavia 2
Tel.:+39 0481 884051/884158.
www.golfhotelformentini.com und E-Mail: isabellaformentini@tiscali.net




Golf Hotel (Foto P.Gianfelici)

La Torre della Bora (Foto P.Gianfelici)

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Triest: Die Segelregatta Barcolana 2004
Paolo Gianfelici

Bereits zum sechsunddreißigsten Mal fand dieses wohl weltweit größte Segel-Ereignis statt. Eine Woche lang feierte man das „Fest des Meeres“. Der Neu-Seeländer Neville Crichton am Steuerruder von Alfa Romeo konnte den Wettkampf für sich entscheiden.





Triest: Die Segelregatta Barcolana 2004 (Foto P.Gianfelici)





(Foto P.Gianfelici)

(Foto P.Gianfelici)

Triest (Terra Italia) – Zweitausend Segelboote aller Kategorien stachen bei der Barcolana in See. Mit dieser Zahl ist diese Regatte im Mittelmeer und vielleicht in der ganzen Welt ohnegleichen. Es geht dabei nicht nur um einen nautischen Wettkampf, sondern die Barcolana ist sozusagen ein großes Meeresfest, das nunmehr seit sechsunddreißig Jahren in der zweiten Oktoberwoche am Golf von Triest zu Wasser und zu Lande veranstaltet wird. Den Anfang machten dieses Jahr die Kleinsten, es folgten sportliche und musikalische Events und Ausstellungen bis hin zum spektakulären nächtlichen Wettkampf, der am 9.Oktober in der S.Giusto-Bucht stattfand.

Am Morgen danach stachen 1956 Boote bei Barcola , dem alten Fischerhafen von Triest, in See und segelten zunächst in Richtung Muggia, steuerten dann aufs Meer zurück bis in Höhe des Castello di Miramare und liefen schließlich am Anlegeplatz von Barcola ein. Nach einer spannenden Regatte siegte wieder einmal Alfa Romeo, ein neunzig Fuß langes Segelboot. Bei fünf bis sechs Knoten starkem Scirocco ging die slowenische Maxi Jena von Mitja Kosmina in den ersten drei Vierteln der ersten Seite in Führung, bis Alfa Romeo mit Neville Crichton am Steuerruder den slowenischen Skipper abschlug. Es kam zum Sieg für Alfa Romeo.
Aber für die Barcolana gilt wie bei keiner anderen Regatta das sportliche Motto: “Dabei sein ist alles.“ Jeder kann mitmachen und später sagen: “Auch ich bin dabei gewesen“.

Hunderttausende von Zuschauern verfolgten die Regatta aus der Höhe, und zwar von den Aussichtspunkten an den Straßen, die von der Strandpromenade aus hoch nach S.Giusto und zur Karst-Hochebene verlaufen. Andere erlebten das Schauspiel von den Parkanlagen aus, die oberhalb von Muggia gegenüber der romanischen Kirche S. Maria Assunta liegen.

Info:
www.barcolana.it
www.promosail.it

Didascalie lasciare, soltanto ettere Triest invece di Trieste



(Foto P.Gianfelici)

(Foto P.Gianfelici)



Triest (Foto P.Gianfelici)

Muggia S.Maria Assunta (Foto P.Gianfelici)


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Brunello in Montalcino: Weinkeller und Taverna der Fattoria dei Barbi von höchster Güteklasse!
Elke Christmann

Nur vierzig Kilometer südlich von Siena befindet sich der berühmte Weinort Montalcino, der besonders durch den Brunello aus der Sangiovese-Traube in aller Welt bekannt ist. Von der riesigen Fortezza aus dem 14. Jahrhundert hat man einen Blick bis zum Monte Amiata (1740m), zu den Crete Senesi, ins Orcia-Tal bis hin zur Maremma. Eine Besichtigung der historischen Fattoria dei Barbi und seinem Spezialitäten-Restaurant ist in jeder Hinsicht ein einmaliges Erlebnis.



Festung in Montalcino (Foto: E.Christmann)

Fattoria dei Barbi (Foto: E.Christmann)


Montalcino (Terra Italia) - Erwähnt man in Italien den Ort Montalcino, erhellen sich die Gesichter schlagartig und bewundernd, ja fast ehrfurchtsvoll fällt der Name „Brunello“. Hier geht es um ein unbestrittenes Heiligtum in der Wein-Erzeugung Italiens, das dem des französischen Champagners gleichkommt. So versteht man auch den Protest der Erzeuger gegen die „Raub-Imitation“ des Namens „Brunello“ durch Drittländer, die ihr Produkt dann wesentlich billiger verkaufen. Stefano Cinelli Colombini, engagierter Besitzer der Fattoria dei Barbi, die als eine der ersten Weingüter überhaupt den Brunello di Montalcino produziert hat, möchte denn auch diesen Namen besser geschützt wissen, damit dieses historische Erbe eindeutig nur mit seinem Ursprungsgebiet in Verbindung gebracht werden darf.

Stefano Cinelli Colombini, Doktor der Jurisprudenz mit kulturellen und wissenschaftlichen Neigungen (Wein-Forschungs-Projekte der Universitäten Siena, Madrid und Pisa), setzt die Tradition seiner Familie fort, die schon seit 1353 Ländereien in Montalcino besitzt und seit 1790 die Fattoria dei Barbi bewirtschaftet. Bereits im Jahr 1840 wurde ihr Brunello in Bordeaux prämiert und in der Folge kamen viele weitere Auszeichnungen im In- und Ausland hinzu. Noch heute können Besucher in den historischen Weinkellern Flaschen mit Brunello und Vinsanto bewundern, die bis auf das Jahr 1870 zurückgehen. Seit 1983 kümmert sich Stefano Cinelli persönlich um die Kommerzialisierung der Weine im In- und Ausland wie auch um den bäuerlichen Betrieb, wo 250.000 Kilo Wurst und 70.000 Kilo Käse hergestellt, aromatisches Olivenöl erzeugt und das Mehl noch in einer alten Mühle vermahlen wird.

Etwa 700.000 Flaschen Wein werden jährlich in 32 Länder der Welt verkauft; eingeschlossen darin sind die Weine der 1998 erworbenen Azienda in Scansano. So kann der Besucher (auch Gruppen) denn nach der eindrucksvollen Besichtigung der historischen und innovativen Weinkeller in rustikalem Rahmen bei schmackhafter Verköstigung die folgenden Weine probieren und kaufen: Brunello di Montalcino, Brunello di Montalcino Riserva, Brunello di Montalcino Riserva Vigna del Fiore, Rosso di Montalcino, Brusco dei Barbi, Brigante dei Barbi, Rosso dei Barbi, Chianti, Vinsanto dei Barbi, Morellino di Scansano und nicht zu vergessen den Grappa die Barbi, Grappa di Brunello und Grappa Riserva. Eine wahrhaft fürstliche Auswahl!

Über den Kauf der Weine und der anderen Produkte sollte man dann gleich nebenan in der Taverna dei Barbi nachdenken, falls die dort servierten Köstlichkeiten Sie überhaupt an etwas Anderes als den Genuss der Speisen und der Weine denken lassen. Probieren Sie als Antipasto die hauseigenen Wurstwaren oder die Crostini, im Herbst natürlich mit Steinpilzen, dann als Primo die Montalciner Bohnensuppe, die delikaten Ravioli mit hauseigenem Ricotta an Salbeiblättchen oder die Pasta mit Brunello-Sauce. Als Secondo kann ich Ihnen Wildschwein der Maremma mit Polenta, Kaninchen in Brunello-Sauce oder Perlhuhn in Vinsanto-Sauce empfehlen. Zum Schluss ist Schafskäse aus der Fattoria dei Barbi nicht zu verachten, aber unerreicht ist sicher das von der Köchin kreierte Semifreddo aus Sahne, Eiern, Krokant, Mandeln und flüssiger Schokolade. Danach sind Caffè und Grappa geradezu obligatorisch. Melden Sie sich aber möglichst vorher an, besser auch zum Übernachten im Agriturismo, da Sie sich sonst vielleicht nur an der schönen Landschaft mit Blick auf den Monte Amiata erfreuen können!

Info:
Fattoria dei Barbi, loc. Podernuovi 170, 53024 Montalcino (Siena):
www.fattoriadeibarbi.it und E-Mail: info@fattoriadeibarbi.it
Tel.: +39 0577 841111 und Fax: +39 0577 841112
Taverna dei Barbi:
www., E-Mail und Fax wie oben, Tel.:+39 0577 847117



Weinkeller der Fattoria dei Barbi
(Foto: E.Christmann)

Historische Wein-Jahrgänge der Fattoria dei Barbi(Foto: E.Christmann)

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Tuscia „con gusto“: Leckereien bitten zu Tisch
Elke Christmann

Esskastanien, Steinpilze und Trüffel sind die Favoriten der herbstlichen Küche. Slowfood lässt in Orvieto con gusto auch Schinken und deftige Wurstsorten zu Ehren kommen. Am Bolsena-See sind Fischspezialitäten wie Coregone, Latterini und „sbroscia“ Trumpf. Büffel-Mozzarella und biologische Schweinezucht setzen neue Akzente. Und wie im ganzen Jahr dürfen bei einer Feinschmeckerreise exzellente Olivenöle und süffige Weine nicht fehlen.



Früchte des Feldes im Agriturismo
„Valle del Tione“ (Foto: E.Christmann)

Fischer Paolos „sbroscia“
(Foto: E.Christmann)

Montefiascone (Terra Italia) – Wer die Bezeichnung „Tuscia“ hört, denkt wohl zunächst an die Etrusker, die diesem Landstrich den Namen gegeben haben, und tatsächlich kann man nicht nur im Museum von Tarquinia auf ihren Spuren wandeln, sondern auch entlang verlassener Gräber in freier Natur Wanderungen unternehmen, dort, wo im Frühsommer die gold-gelben Ginstersträucher und im Herbst die wilden Alpenveilchen an den Felsen blühen. In der Tuscia ist so manches frei zugänglich. So kann man zum Beispiel abseits der Straße in warmen Quellen baden. Sie sind – ebenso wie der Bolsena-See mit den Inseln Martana und Bisentina Überbleibsel eines erloschenen Vulkans, der auch für die Fruchtbarkeit dieses bäuerlichen Landstrichs verantwortlich ist. Wer Gelegenheit hat, von Capodimonte aus mit dem Boot nach Bisentina zu fahren, trifft dort auf einen Pflanzen-, Vogel- und Fischreichtum, der diesem unbewohnten Eiland den Namen Paradiesinsel eingebracht hat. Aber auch hier finden sich mit Kloster, Kruzifix-Kapelle und Ketzergefängnis Zeugnisse mittelalterlicher Macht, die in der gesamten Tuscia eindrucksvolle weltliche und kirchliche Kulturgüter hervorgebracht hat.

Dass schon damals der edle Tropfen nicht verachtet wurde, zeigt die Aktion eines Kardinals aus dem Gefolge Heinrich V., der 1111 einen Vertrauten zum Kosten der Weine voraus schickte. Zwischen Bolsena und Montefiascone brachte er mit den Worten „Est Est Est“ das höchste Gütesiegel an den Tavernen an und verhalf damit dem Wein der Tuscia zu Berühmtheit. In der kleinen, urigen Cantina L’Oro di Martino in Montefiascone kann man bei fachmännischer Beratung seine Weinauswahl treffen und anschließend noch die Trutzburg Rocca dei Papi und den zweistöckigen Dom besichtigen. Auch in der alteingesessenen Azienda Agricola Mazziotti außerhalb von Bolsena kann man fündig werden, hat das Weingut doch viele Prämierungen erhalten. Zudem setzt sich die Hausherrin engagiert für den Aufschwung der touristischen Belange ein und versteht was von guter Verköstigung – auch für Gruppen. Wer handfeste Frauen kennen lernen will, sollte das Landgut Tenuta La Pazzagli in schönster Lage in Castiglione in Teverina aufsuchen. Auch der unerwartetste Besuch entgeht ihrer Gastfreundschaft nicht. Sympathisch der IGT-Wein Teresa mit den verliebten Großeltern auf dem Etikett. - Was ein Terracotta-Betrieb mit Weinen zu tun hat? Nach einer interessanten Besichtigung der Antica Fornace Umbra im Terracotta-Dorf Caselviscardo wissen Sie es spätestens dann, wenn Sie auf der Terrasse mit schöner Aussicht den Katalog der handgefertigten Produkte mit einem Gläschen Wein in der Hand durchblättern.

Natürlich sollte da nie eine gute Unterlage fehlen, die meist in Form von deftigen Schinken- und Wurstsorten angeboten wird. Auch die von Slowfood ausgerichtete Veranstaltung „Orvieto con gusto“ servierte am letzten Abend im Palazzo di Gusto (Kloster S.Giovanni) Herzhaftes. Vegetarier gerieten da ein wenig ins Hintertreffen. Sie kamen dann aber bei Teresa Bruti im Agriturismo „Casale del contadino“ voll auf ihre Kosten. Ob weiße Bohnen, Auberginen, Tomaten, Salat, Peperoni, Zucchini, usw., alles, alles stammte aus eigenem Anbau. So war denn auch die typische Gemüsesuppe der Gegend, „Acqua Cotta“ (wörtlich: gekochtes Wasser) genannt, ein echtes Naturprodukt. Aber natürlich hing auch in dieser bäuerlichen Behausung ein leckerer Schinken gleich neben dem Kamin, was Fleischanhänger fröhlich vermerkten.

Immer wieder hört man in der Tuscia den Spruch: “Unsere Frauen können noch kochen“, was eine klare Absage an Fast Food und künstliche Produkte beinhaltet. Ein eindringliches praktisches Beispiel lieferte die Bäuerin Liliane, ihres Zeichens schon Großmutter (Nonna), aber uneingeschränkter Verfechter der hausgemachten Pasta. Da dürfen Besucher sogar mithelfen, wenn sie auch niemals die nötige Fingerfertigkeit der Nonna aufweisen.

Dass auch Männer über häusliche Kochkünste verfügen, stellte Sante vom Agriturismo Valle del Tione unter Beweis. Zumindest Steinpilze und Kräuter sammelt er mit seinen Gästen im umgebenden Wald- und Wiesengelände. Ein Carpaccio aus rohen Steinpilzen, hausgemachte Gnocchi, ein Kräuteromelett, garniert mit gelben und blauen Blütenblättern, da läuft einem noch im Nachhinein das Wasser im Mund zusammen. Zugegeben, seine Frau hat sicher mitgeholfen (oder sogar die Hauptarbeit gemacht??), aber die Zusammenstellung der verschiedenen Traubensorten, sowie Esskastanien, Feigen, Walnüsse, etc. auf dem Extra-Tisch geht auf sein Konto.

Was für Sante die Früchte des Waldes und Feldes, sind für Fischer Paolo die fangfrischen Fische aus dem Bolsena-See. Er bereitet wohl in der ganzen Gegend die beste „sbroscia“ zu, die frischeste auf jeden Fall, denn was da in der Fischsuppe schwimmt, tummelte sich kurz zuvor noch im Bolsena-See, darf auf keinen Fall im Kühlschrank aufbewahrt werden, weil sonst der „gusto“ verloren geht. Eine authentische „sbroscia“ sollte unbedingt in der Lieblingspfanne zubereitet werden, mit Olivenöl, Zwiebeln, Knoblauch, Waldminze (nur die!!), ein wenig Tomaten, Kartoffeln und vor allem mit klein geschnittenen Fischen als Zutaten. Der Rest wird nicht verraten, nur dass sie auf geröstetem Brot serviert wird und unvergleichlich köstlich zu den philosophischen Gesprächen des Fischers schmeckt. Der Blick von der Fischerhütte zum See und der Weißwein tun ein Übriges, so dass ein unbeschreibliches Wohlgefühl entsteht.

Natürlich gibt es auch gute Fischrestaurants, wo Sie die typischen Fische des Bolsena-Sees „Coregone“ (Blaufelche) und die winzigen „Latterini“ (Ährenfische) und andere Spezialitäten hervorragend zubereitet serviert bekommen. Da wäre in Marta das Ristorante Gino al Miralago, direkt am See, zu nennen, wo auch der Fischvorspeisenteller (carrellata di antipasti di pesce) und das „sorbetto al frutto di bosco“ (Waldbeeren-Sorbet) zu empfehlen sind. Ein Spaziergang an der Seepromenade entlang oder hoch in die malerische Altstadt sollte unbedingt auch eingeplant werden. Eine eher edle Atmosphäre finden Sie im Ristorante La Pineta in Bolsena. Hier wird nicht nur der Fisch sehr fein zubereitet, sondern die freundliche Chefin weiß auch viel über örtliches Kulturgut zu berichten. Besuchen Sie auch den Dom mit dem Grab der heiligen Christina, deren Martyrium jedes Jahr am 23.Juli in Theateraufführungen dargestellt wird, und gehen Sie die engen Gassen hoch zum Schloss Monaldeschi, von wo aus Sie einen wunderschönen Blick auf den Bolsena-See haben.

Im Herbst rüstet man sich auch zur Trüffelsuche und es ist sicher interessant, die Trüffel-Hunde bei ihrer Arbeit zu beobachten. Nach einer derartigen Demonstration sollte man zur kulinarischen Tat schreiten, entweder bei einem reichhaltigen Trüffel-Imbiss in einem bestens ausgestatteten Spezialitäten-Laden wie Moretti in Fabro (Terni), der auch noch viele andere Köstlichkeiten aus eigener Verarbeitung – auch als Mitbringsel für zu Hause – bietet. Oder man lässt sich bei Chefkoch Lorenzo Polegri im „Zeppelin“ in Orvieto mit den tollsten Trüffelrezepten verwöhnen, z.B. mit „umbrichelli al tartuffo“. Die Kunststadt Orvieto mit ihrem prachtvollen Dom, den unterirdischen Gewölben und modischen Boutiquen lohnt zudem allemal eine längere Besichtigung. Lassen Sie mindestens einen Abend im Ristorante Ranuccio II in Ischia di Castro ausklingen und probieren Sie den mit Gorgonzola verfeinerten Ricotta, serviert auf einer Bohnencreme und garniert mit Walnüssen und Parmesanschnitzeln, bevor Sie dort ihren Gaumen mit Entenbrust an Amarenosauce mit Balsamico verwöhnen.

Es muss nicht besonders erwähnt werden, dass bei allen Gerichten die Verwendung eines hervorragenden Olivenöls von höchster Bedeutung ist. Der Feinschmecker hat für 2004 das Olivenöl der Azienda Agricola e Frantoio Battaglini in Bolsena in die Reihe der Spitzenöle aufgenommen. Eine Besichtigung dort informiert darüber, wie dieses Naturprodukt aus den handgepflückten Olivensorten „moraiolo“, „caninese“ und „frantoio“ entsteht. Wer sich ein Bild über frühere Arbeitsweise machen will, sollte am besten nach Cività di Bagnoregio in die antike Ölmühle fahren, wo auch eine Verköstigung in rustikalem Rahmen möglich ist. Dies natürlich nach einem Rundgang durch den hoch gelegenen, mittelalterlichen Ort, der ein Panorama über die ganze Gegend bietet.

Ganz eindrucksvoll auch die Besichtigung der freilaufenden Büffel mit Mozzarella-Herstellung in der Käserei Caseificio Aziendale „Luisa“ in Montefiascone, die die Kunst Kampaniens auch in die Tuscia trägt. Der absolute Superhit ist und bleibt aber die Besichtigung von „Il Mazzocchino“, einer biologischen Schweinefarm, wo sich die Tiere „sauwohl“ im Wald tummeln und die Sauen mit ihren Ferkeln in kleinen Häuschen auf dem Abhang einer Wiese wohnen. Das gibt Schinken! Paolo Zaccardi, ein ehemaliger Manager mit innovativen Visionen macht’s möglich! Vielleicht zeigt er Ihnen auch den Weinkeller im Felsgestein, wo Schinken, Würste und Wein sich gegenseitig bestes Aroma schenken, während der Blick auf die umliegenden Olivenhaine zum Träumen einlädt. Noch ein kurzes Gedenken an das Esskastanienfest in Soriana nel Cimino, dann schlürft man genüsslich den Sekt im Gran Caffè Schenardi in der sehenswerten Kunststadt Viterbo und verzehrt bei Jugendstil-Atmosphäre die delikaten Häppchen aus Pecorino-Käse, Salami und tropischen Früchten.

Kurz und gut: In der Tuscia verbindet sich Kulinarisches mit Kultur, Geschichte, Landschaft und Gastfreundschaft auf harmonischste Weise und Kenner genießen diese wunderbare Mischung ausdrücklich slow, slow, slow!!!

Reisen für kurze oder längere Aufenthalte werden angeboten unter: www.bolsena.de



Entenbrust an Amarenasauce im Ranuccio II
(Foto: E.Christmann)

Die glücklichen Schweine von „Il Mazzocchino“
(Foto: E.Christmann)

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