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Februar 2005

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Das aktuelle Journal für den Italien-Tourismus


Faszination Maremma: Ein kulinarischer Streifzug durch ausgewählte „Agriturismen“
Elke Christmann

Die Agriturismen in der Maremma, dem Küstenstreifen der südlichen Toskana, bereiten sich auf die neue Saison vor. Die meisten liegen nicht weit vom Meer, aber auch der höchste Berg der Toskana, der Monte Amiata mit seiner zauberhaften Landschaft und malerischen Örtchen liegt in erreichbarer Nähe. Schmackhaft zubereitete und hübsch dekorierte Speisen verwöhnen Auge und Gaumen und auch die Weine sind nicht zu verachten.



Acquacotta (Foto: E.Christmann)

Bratwurst in Gemüsegarnitur (Foto: E.Christmann)


Grosseto (Terra Italia) – Der Name “Agriturismo” könnte dazu verleiten, an einfache Bauernunterkünfte zu denken. Mitnichten! Die meisten Agriturismen verfügen über den gleichen Komfort wie Hotels, sind aber von rustikalem Charme und häufig stammen die verwendeten Lebensmittel und Weine aus eigener Produktion, was Frische und Schmackhaftigkeit garantiert. Oft kochen die Hausherrinnen und kümmern sich um das Wohlergehen der Gäste, während die Männer mehr für die landwirtschaftlichen Bereiche, besonders Wein und Olivenöl, zuständig sind.

Unsere Reise beginnt im Alberese-Gebiet, wo die Maremma-Rinder beheimatet sind. Im Agriturismo Allegro Alberese (E-Mail:argispa.@supereva.it) kann man beim Genuss der Speisen wirklich “allegro”-fröhlich werden. Crostini, Tortelli - mit Ricotta gefüllte Teigtaschen und Fleischsauce, eine malerisch, in buntem Gemüse angeordnete, deftige Bratwurst, dann Zickel, Wildschwein mit wildem Zicchorie, da bleibt wenig Platz für die kunstvollen Gebäcksorten, die zum Teil aus jüdischen Rezeptbüchern des nahe gelegenen Pitigliano stammen. Daniela Bettiol verrät bereitwillig die Zubereitung, ihr Mann Miraldo leistet den Gästen am langen Tisch neben dem Kamin Gesellschaft. In drei Appartements und zwei Zimmern kann man übernachten.

Romantik kommt auf im Stella Blu (www.stellablu.net), ganz in der Nähe des Naturparks der Maremma. Auf der Terrasse blühen Rosen und im Herbst reifen die roten Früchte des Erdbeerbaumes. Sehr geschmackvoll eingerichtete Zimmer im toskanischen Landhausstil. Und was die tüchtige junge Frau an Häppchen für die Weinprobe auf den Tisch zaubert, lässt das Wasser im Mund zergehen, z.B. gebratene Polenta mit Steinpilzen. Ihre Freundin kredenzt dabei den Morellino di Scanzano (Azienda agraria Motta). Ihr Schwung und Elan verbreitet eine heitere Atmosphäre in der kleinen, aber feinen Unterkunft.

Das Gelände des Agriturismo Il Marruchetone (Tel.: 39 0564 401001) dagegen ist riesig (bei Übernachtungsmöglichkeit für etwa 20 Personen). Jahrhunderte alte Olivenbäume, eine alte Ölmühle, eine historische Zisterne, eine Ausstellung landwirtschaftlicher Geräte, Esel und Reitpferde. Hier schmeckten mir besonders die Tagliolini, lange, dünne Nudeln mit Kichererbsencreme. Knackig frisch der für die Toskana typische Pinzimonio, Karotten, Stangensellerie, etc. werden in selbst hergestellter Vinaigrette gedippt. Crostata (Kuchen aus Mürbeteig mit Marmelade) und Tonzetti (knuspriges Gebäck mit Nüssen) in Vin santo sind typische Desserts der Region.

Über den Weinort Scansano gelangen wir nach Pomonte, wo große Schafsherden entlang der Straße uns schon auf die Herstellung des Pecorino in der Azienda Agrituristica I Gretacci ( www.casacarlucci.it) hinweisen. Da wird Käse zum Kult. Auf langen Holzregalen lagern die runden Produkte, die mit Kastanienhonig bestrichen köstlich schmecken. Trüffel, Safran, Peperoncino, Nüsse und Pfeffer verfeinern den Geschmack. Auch eine Melkanlage für 24 Kühe gehört zum Betrieb. Dazu ein Schwimmbad, auf das die Gäste vom Frühstückstisch herabblicken, während der Blick zu den Hügeln mit den Schafsherden schweift.

Im Agriturismo Aia della Colonna Roccalbegna (www.laltramaremma.it/aiadellacolonna) lernen wir dann mit der Acquacotta (wörtlich: gekochtes Wasser) die orttypische Gemüsesuppe mit darüber geschlagenem Spiegelei kennen. Im Backofen brutzelt derweil das Spanferkel zum knusprigen Braten, während der Weißwein das Lamm verfeinert. Der in Eier und Mehl gewälzte Blumenkohl, auf Tomatencreme serviert, passt gut dazu. Lattaiolo als Nachtisch, Milch – im Backofen gekocht – erinnert ein wenig an Creme Caramel. Die ganze Atmosphäre ist stilvoll, antikes Mobiliar kontrastiert mit einer kunstvollen Lampe des Designers Ingo Maurer. Auch die Zimmer sind edel. Die Dame des Hauses ist selber Künstlerin. Ihre Werke können in der Keramikwerkstatt erworben werden. Dem nicht genug. Auf der Höhe des Hügels kann man bei herrlicher Aussicht einige Prachtexemplare der Schweinerasse „cinta denese“ bewundern, deren wohlschmeckender Schinken auch auf dem Salone di Gusto in Turin vertreten war.

Wer hätte gedacht, dass wir in der Tiefe des Waldes von Scansano auf eine Nord-Süd-Liebesgeschichte stoßen würde? Hildegard verließ nach einem Urlaub ihre Heimat und bewirtschaftet nun mit ihrem Mann Loredano den Agriturismo Fantone di Scansano (www.fantone.it). Ihre Kochkünste und ihre Tüchtigkeit sind im ganzen Umkreis Legende. Pfannkuchen aus Esskastanienmehl, gefüllt mit Porree und Ricotta, Hasenfleisch in der Eintopfsuppe, Hirschbraten, letztere Zutaten vom Gatten selbst erlegt. Für Naturliebhaber ein phantastisches Gelände mit Wild, Schweine-, Schaf- und Ziegenzucht, Olivenhainen, Wanderwegen und der Möglichkeit, mit Loredano auf die Pirsch zu gehen. Sehr schön die Verwendung von Naturhölzern, die gepflegte Atmosphäre in den Zimmern, Bar, ausgelagerter Weinkeller, also alles in allem wirklich etwas Besonderes für den, der die Abgelegenheit nicht scheut.

Ein atemberaubender Rundblick vom Agriturismo Rotrecine di Monticello Amiata (www.agrirotrecine.it), elegant eingerichtete Wohnungen, wo man selber kochen kann. Ein Kürbis-Risotto, in der Frucht mit Salbeiblättern serviert, erfreut das Auge. Im Agriturismo Cherzo (www.cherzo.it) überrascht uns am Abend eine beleuchtete Garibaldi-Figur. Auch die Appartements lassen Sammelleidenschaft erkennen. Gleich in der Nähe winkt eine lohnenswerte Weinprobe mit prämierten Weinen und kleinen Häppchen auf der Azienda Agricola e Agrituristica Parmoleto (E-Mail: duiliosodi@libero.it), die ich bei Voranmeldung wärmstens empfehlen kann.

Kuschelatmosphäre im Agriturismo Sant’Anna mit schönem Garten und Schwimmbad. Hier kann man viele Orts typische Produkte erwerben: Olivenöl, Wein, Honig, Marmeladen, in Öl eingelegtes Gemüse. Die Besitzer sind sehr herzlich und die wohlschmeckenden Gerichte wie z.B. hausgemachte Nudeln (pappardelle) mit Wildschweinragout kann man gemütlich mit Blick auf den Kamin verzehren.

Besonders für Familien mit Kindern eignet sich die neue Anlage Le Giare a Roselle (www.agriturismolegiare.it) mit Spielplatz und Schwimmbad. Natürlich kann man in den gut eingerichteten, wie Reihenhäuschen angelegten Appartements selber kochen, aber vielleicht kosten Sie einmal die duftende Spargelcremesuppe, die Tagliatelle mit den Steinpilzen oder das Kaninchen nach Art des Hauses mit im Backofen gegartem Kürbis und Spinat.

Dolce Far Niente verspricht die Hotelanlage Podere Riparbella (www. riparbella.com), die nach ökologischen Gesichtspunkten betrieben wird – mit Sonnenenergie, naturbelassenen Möbeln, Müsli und selbst produzierten Heilkräutertees am Morgen, Weinkeller, alles gut organisiert bis hin zu ausgearbeiteten Wanderwegen nach Massa Marittima, wo Altstadt, Kunst und Kultur den Besucher erwarten. Kürbiscremesuppe und mit Ricotta gefüllte Gnocchi auf einem Spinatbett lassen das Wasser im Mund zusammenlaufen.

Ganz in der Nähe im Tal beim Belvedere Country House habe ich mich besonders wohl gefühlt. Die jungen Besitzer haben die Appartements ausgesprochen liebevoll gestaltet, zum Teil bei der Bemalung auch selbst (geschickte) Hand angelegt. Eigener Wein-, Olivenbaum- und Viehbestand sind eine gute Grundlage für die ungewöhnlichen Rezepte. Gersten- und Brennesselsuppe, Pappardelle mit Hasenfleischsauce, Fenchel mit Backpflaumen und Wacholderbeeren und Ricotta mit Feigenkompott sind einfach umwerfend gut. Geht man durch die Felder zu den Pferchen mit Esel und Rindern, fühlt man sich der Natur sehr nahe, so, als befände man sich an einem fast meditativem Ort. Hierhin würde ich mich gerne zurückziehen, um ein Buch zu schreiben oder einfach nur die Seele baumeln zu lassen.

Die Maremma ist eine wundervolle Gegend, die mit Natur- und Kunstschätzen reich gesegnet ist und deren Gastfreundlichkeit und kulinarische Köstlichkeiten den Urlaub am Meer und im Landesinneren zu einem wahren Genuss werden lassen.

Info:
www.agriturismoverde.com
www.lamaremma.info



Weinprobe im Stella Blu (Foto: E.Christmann)

Kürbisrisotto (Foto: E.Christmann)

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Trinità dei Monti in Rom: Neues Leben für Daniele da Volterras “Kreuzabnahme”
Christmann/Napoleone

Das Gemälde mit dem Titel „Deposizione“ (Kreuzabnahme) hat große Künstler wie Caravaggio, Bernini, Poussin und David inspiriert, war aber auch Anschauungsmaterial für alle jungen Künstler. Dank der Restaurierung in Zusammenarbeit mit den Vatikanischen Museen kann dieses Kleinod des römischen Manierismus, das dem Verfall geweiht zu sein schien, nun in Trinità dei Monti besichtigt werden.



Grablegung,(Freske, 230 x 338cm)

Blick von der Grablegungs-Kapelle


Rom (Terra Italia) – Daniele da Volterras Meisterwerk „Deposizione“ wird ab 11. Februar fast wieder an der Stelle zu besichtigen sein, wo es ursprünglich zu finden war, nämlich in der Kirche Trinità dei Monti auf der Piazza di Spagna. Das Juwel des frühen römischen Manierismus entstand 1545, einige Jahre vor Fertigstellung der Sixtinischen Kapelle. Von Anfang an erfuhr es Bewunderung, wurde von den größten Malern als Bezugspunkt herangezogen, wurde beschrieben, kopiert und immer wieder in Reisetagebüchern zitiert. Aber vor allen Dingen diente es den jungen Malern, die auf ihrer „Grand Tour“ nach Rom kamen, als Studienobjekt.

Elena Orsini hatte es in Auftrag gegeben und als Freske in der ersten Kapelle Orsini unten an der Nordseite der Kirche Trinità dei Monti anbringen lassen. Der verfallbedingte Einsturz der Kirche im Jahre 1800 richtete auch am Bild Zerstörungen an, so dass man 1809 auf die Idee kam, das Werk auf Leinwand anzubringen und damit transportierbar zu machen. So ging es denn auf die Reise, wurde im Museum des Kapitols ausgestellt, gelangte in die Villa Medici und wurde sogar auf Vorschlag des französischen Botschafters Chateaubriand unter Karl X. in den Louvre gebracht. Die Familie Orsini sorgte fünfzig Jahre später für seine Rückkehr nach Trinità dei Monti, wo der Maler Palmaroli die Restaurierung nach den damaligen Erkenntnissen vornahm. Mit der Zeit verfiel das Gemälde immer mehr und schließlich hielt man es fast für unwiederbringlich verloren.

Ab 2002 machten es sich nun die Pieux Etablissements de la France in Rom und Lorette zusammen mit den Vatikanischen Museen zur Aufgabe, das Gemälde „zum Leben zu erwecken“ und die Fehler der früheren Restaurierung zu beseitigen. Zum Vorschein kamen spektakuläre Farben und man kann sagen, dass die „Deposizione“ durch die neuerliche Restaurierung nun wieder das Aussehen des Fresken-Gemäldes des 16. Jahrhunderts hat, als das es dereinst Teil einer Stuckverzierung war, die der Musterschüler des großen Michelangelo geschaffen hatte.
Nach Meinung des Direktors der Vatikanischen Museen Francesco Buranelli und des leitenden Restaurators Luigi De Cesaris kann mit Fug und Recht behauptet werden, dass das Werk eine wunderbare Synthese zwischen Michelangelos dynamischer Ausdruckskraft und der Erhabenheit Raffaels darstellt, wenn nicht sogar als gemeinschaftliches Erbe der Menschheit gelten kann.

Den Besucher ergreift Bewunderung und Ehrfurcht beim Betrachten des Werks, das nun wieder in vollem Umfang „lesbar“ geworden ist und dessen wunderbare Farben auf seltsame Weise mit den schillernden Nuancen im Gewölbe der Sixtinischen Kapelle in Einklang zu stehen scheinen.

Info:
information@art-science-foi.it
Telefonische Voranmeldung unter +39 06 69941646




Kirchenschiff von Trinità dei Monti

Daniele da Voltera: Mariae Himmelfahrt

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Starhotel Castille – ein italienisches ****Hotel im Herzen der Stadt Paris
L.M.




Paris: Starhotel Castille

Paris: Starhotel Castille

Das Starhotel Castille liegt im sog. „Triangle d’Or“ (goldenen Dreieck) zwischen Place de la Concorde, der Madeleine und dem Place Vendôme. Das Hotel-Restaurant mit dem Namen „Il Cortile“, das einen Michelin-Stern aufweist, gehört zu den besten italienischen Restaurants von Paris. In der Rotisserie kann man bei der Zubereitung der italienischen Spezialitäten zuschauen.

(Terra Italia) – Die 1980 gegründete italienische Gesellschaft Starhotels hat den Erwerb des Hotel Castille in Paris bekannt gegeben. Das in der Rue Cambon gelegene Hotel ist die Nummer 31 in der Hotelkette und trägt den Namen Starhotel Castille. Es gibt bereits neunzehn ****Hotels im Herzen von Florenz, Rom, Venedig, Neapel, Mailand, Bologna, Genua, Parma, Turin, Bergamo, Triest und ein Deluxe in New York.

Das Hotel liegt im ersten Arrondissement, zwischen Place de la Concorde, der Madeleine und Place Vendôme, im sog. „Triangle d’Or“.
Das Gebäude blickt auf eine dreihundertjährige Geschichte zurück. Im Jahre 1719 wurde das Gelände, auf dem sich heute das Castille befindet, vom Architekten Leduc erworben, der die Rue Neuve de Luxembourg entwarf. 1876 wechselte die Straße ihren Namen und wurde zur Rue Cambon. Der Comte de Brienne richtete 1785 hier seinen Wohnsitz ein und baute das Gebäude um, wie es die Fassade aus dem späten 18.Jahrhundert belegt.

Das Starhotel Castille weist 107 Zimmer auf, davon 21 Suiten. Der Opéra-Flügel, der in der Rue Cambon 35-37 gelegen ist, verfügt über 87 Zimmer, deren Stil durch die wertvollen Stoffe, schillernden Farben und bemalten Möbel an Venedig erinnern. Es herrscht ein barockes Ambiente, die Zimmer sind in pastellgrün, lachsfarben und pompejanischem Rot gehalten.
Die 21 Zimmer des Rivoli-Flügels, die an der Nummer 33 der Rue Cambon gelegen sind, sind vom Interior Designer Jacques Grange in nüchternerem Stil gestaltet.
Die Zimmer des Rivoli-Flügels sind klassischer und weisen eine Eleganz Pariser Prägung auf. Die Korbsessel aus Wien, die in Perlgrau gehaltenen Bäder und die Schwarz-Weiß-Photos von Robert Doisneau, dem Vertreter der „humanistischen Fotografie“ erinnern an die Atmosphäre des Paris der dreißiger Jahre.

Das Restaurant des Hotels, „Il Cortile“, das einen Michelin-Stern aufweist, gehört zu den besten italienischen Restaurants von Paris. Der Chef wartet mit einer Symphonie aus mediterranen Ingredienzien für Auge und Gaumen auf. In der Rotisserie des Restaurants können die Gäste bei der Zubereitung der italienischen Spezialitäten zusehen. Insgesamt haben 60 Gäste Platz. In der schönen Jahreszeit sind es mehr, da hier vom Patio Gebrauch gemacht wird, der durch die Fresken an den Wänden von besonderem Charme ist. Das Restaurant ist über einen eigenen Eingang an der Rue Cambon, 37 zu erreichen.

Info:
STARHOTEL CASTILLE
Rue Cambon, 33-37
75001 Paris
Tel.:+33 (0) 1 44 58 44 58
Fax: +33 (0) 1 44 58 44 00
E-mail: castille.paris@starhotels.it
www.starhotels.com



Florenz: Starhotel Michelangelo
(Foto E.Christmann)

Florenz: Starhotel Michelangelo
(Foto E.Christmann)

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Mailand: 25. Internationale Tourismus-Messe
Chiara Lignarolo

Die vom 12.-15.Februar stattfindende BIT (Borsa Internazionale del Turismo) wird von EXPOcts bei der Fiera di Milano organisiert. Während der gesamten Veranstaltung ist Pavillon 11 für alle Besucher geöffnet. Die Veranstaltung ist ein echtes Schaufenster zur Welt.

Mailand (Terra-Italia) – Die BIT erlebt dieses Jahr bereits ihr fünfundzwanzigjähriges Bestehen und sie hat in dieser Zeit den Übergang zum großen Massentourismus unserer Tage geschafft. 56.000 Quadratmeter, 5000 Aussteller, Vertreter von 120 Nationen. Das sind die Zahlen, die für eine riesige Tourismus-Agentur stehen, wo man von einem Stand zum anderen wandern kann auf der Suche nach Orten, die unsere Entdecker-Lust befriedigen. Ein Überblick über Veränderungen und Tendenzen des Ferienangebotes für 2005, aber auch Folklore und einheimische Gastronomie. So wie das Mega-Büffet am Samstag am Stand von Mexiko, wo lokale Spezialitäten und viel Musik geboten wurde.

Dicht gedrängt auch der Terminkalender der Seminare. Von besonderer Bedeutung das vom Außenministerium, das der Wiederbelebung des Tourismus in Süd-Ost-Asien gewidmet ist, der Haupteinnahmequelle des Landes. Neu in diesem Jahr: BIT green (Pav.11) für den Tourismus auf dem Lande, BIT for job (Pav.11) mit der Thematik Angebot und Nachfrage im gegebenen Arbeitsbereich bzw. Ausbildung, dann BIT incentive mit ausgewählten Meetings und Kongressen.

Auf der Mailänder Veranstaltung haben sich nicht nur die Regionen Italiens konsolidiert, sondern auch neue Länder haben sich in den Markt eingeklinkt. So vertreten zum Beispiel Estland, Litauen, Lettland, aber auch Armenien, Georgien und die Slowakei die Länder Ost-Europas.
Von Asien dann Peking, das sozusagen als Veranstalter der Olympischen Spiele 2008 hier (Pav.11) eine europäische Vorschau bot. Eine Reise in die Geschichte Chinas mit Tanz und traditionellen Zeremonien (wie die Kunst, den Tee zu servieren), mit sportlichen und kulturellen Darbietungen, darunter das erste „Kulturelle Olympische Festival“, das während der Spiele stattfinden wird.
Von großem Interesse auch das Abkommen zwischen Israel und den palästinensischen Behörden zu Pilgerreisen ins Heilige Land, Zeichen einer bedeutenden Öffnung zum Dialog.

Kurz und gut – ein nicht nur italienisches, sondern internationales Angebot. Und alles in einer ansteckend heiteren Atmosphäre, die den Eindruck vermittelt, für einige Stunden wirklich die Welt in greifbarer Nähe zu haben.

Info:
BIT Milano vom 12.-15. Februar auf der Fiera Milano
Öffnungszeiten für Fachleute: Alle Tage von 9.30-19.00 Uhr (12 Euro)
Für die Allgemeinheit: Samstag von 14-20 Uhr und Sonntag von 9.30-19 Uhr (jeweils 13 Euro für alle Räume), Montag und Dienstag von 9.30-19 Uhr (nur Pav.11, 4 Euro)


 




Milano: BIT 2005


 

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Faszination Maremma: In Roselle auf etruskischen und römischen Spuren wandeln
Elke Christmann

Die archäologischen Ausgrabungen von Roselle unweit von Grosseto geben ein eindrucksvolles Bild einer damals noch über dem Meer gelegenen Stadt mit Nekropolis, Mauerring, Villen, Thermen, Forum und Amphitheater. Ein landschaftlich schöner Spaziergang mit Panorama bis zum Meer ist auch für Familien mit Kindern interessant.



Etruskisch-römische Straße in Roselle
(Foto: E.Christmann)

Ausblick vom Forum in Roselle
(Foto: E.Christmann)

Grosseto (Terra-Italia) – Auch in den Wintermonaten ist Rosselle ein lohnendes Ausflugsziel, kann man hier doch bei Sonnenschein in schöner Natur etruskische und römische Überreste erwandern. Die Ausgrabungen befinden sich zwischen zwei Hügeln, im Tal des Ombrone. Die gut erhaltene, gepflasterte Straße weist auf dem ersten Stück große, unregelmäßige Steine auf, die noch auf die Etrusker zurückgehen. Etwas später beginnt der römische Teil – mit kleinen, behauenen Steinen, wodurch die Straße ebener wird. Wo wir heute wandern, zogen damals die Pferde die Wagen, während am Rand bereits ein Kanalsystem für Abwässer angelegt war. Interessant neben der Straße eine Art Brunnenanlage, wo im unteren Bereich die Pferde ihren Durst stillten, wohingegen die Menschen das Wasser dem oberen Teil entnahmen.

Oben gelangt man zunächst an die Mauerreste von römischen Werkstätten und es sind auch noch zwei etruskische Räume freigelegt worden. Von der Piazza des Forums hat man heute einen schönen Ausblick auf das 15-20 Kilometer entfernte Meer. Früher reichte das Meer bis an die Hügel, zu etruskischen Zeiten lag hier ein See, so dass ein natürlicher Hafen entstand. Außerdem verfügte man so über Salz- und Süßwasserfische. Mit der Zeit versandete das Gebiet um den Fluss Ombrone und es entstanden Sümpfe, die erst im letzten Jahrhundert trocken gelegt wurden. Man erkennt die Anlage von römischen Villen, Thermen und einem Tempel, der im Mittelalter zu einer christlichen Kirche wurde.

Auf der anderen Hügelseite steigen wir hoch zum Amphitheater, bei dem die Tore sich wie Gucklöcher zu einer malerischen Landschaft präsentieren. Von hier aus kann man eine schöne Wanderung am mächtigen Mauerring entlang machen, der sich über drei Kilometer erstreckt. An einigen Stellen ist sie eindrucksvolle fünf Meter hoch. Auch heute noch steht man sprachlos vor diesem monumentalen Werk aus Felsblöcken, das auf das 6. Jahrhundert zurückgeht. Für Besucher aus dem Norden ist außerdem noch die immense Korkeiche in der Nähe des Eingangs am Ende des Rundwegs besonders erwähnenswert.

Was nach meinem Empfinden diesen archäologischen Park besonders auszeichnet, ist die Harmonie zwischen Natur und Kultur und die Möglichkeit, auch jungen Besuchern an Hand von konkreten Beispielen geschichtliche und geologische Hintergründe zu erklären. Wer best fundierte Führungen hier und im gesamten Gebiet von Maremma und Monte Amiata wünscht, wende sich an www.leorme.com, hier besonders an Anna Dottori.

Familien finden freundliche und kindgerechte Aufnahme im Agriturismus „Le Giare“, der sich auch durch hervorragende Küche empfiehlt. Man spricht deutsch.

Info:
www.lamaremma.info
www.agriturismoverde.com
www.agriturismolegiare.it



Amphitheater von Roselle
(Foto: E.Christmann)

Mauerring von Roselle
(Foto: E.Christmann)

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Faszination Maremma: Der “Uccellina-Park” – eine Oase für Körper, Geist und Seele
Elke Christmann

Nur wenige Kilometer von Grosseto entfernt treffen wir im Regionalpark der Maremma auf alle typischen Ökosysteme der südlichen Maremma. Auf naturbelassenen Wanderwegen bietet er uns mediterrane Macchia, Pinienwälder, Dünen, felsige Küsten und Feuchtgebiete um die Mündung des Flusses Ombrone. Atemberaubende Ausblicke, seltene Pflanzen und Vögel, Waldtiere und wilde Rinder- und Pferdeherden machen die Wanderung zu einem unvergesslichen Erlebnis.



Küste mit Ombrone
(Foto: E.Christmann)

Der Liebesbaum im Uccellina-Park
(Foto: E.Christmann)


Grosseto (Terra-Italia) – Die sagenhaften Sümpfe der Maremma gehören heute der Vergangenheit an, ihre Trockenlegung zu Zeiten Mussolinis bedeutete auch das Ende der gefürchteten Malaria. Heute finden wir in diesem Landstrich eine bezaubernde Landschaft, die an der Küste, im flachen, aber auch zum Monte Amiata ansteigenden Hügelland, ein lohnenswertes Reiseziel bietet. Auf den Liebhaber intakter Natur wartet im Regionalpark fernab aller Zivilisation eine vielseitige und eindrucksvolle Landschaft.

Festes Schuhwerk sollte bei der Eroberung dieser Schönheiten nicht fehlen, da der Bus die Besucher mitten im Park absetzt und die Entdeckungstour zu Fuß weitergeht. Viele, gut ausgeschilderte Wanderwege kann man zurücklegen und dabei schon an den Losungen auf Füchse, Rehe, Damwild, Wildschweine und andere Tiere aufmerksam werden. Pinienwälder, mediterrane Macchia und Olivenhaine, wo das Wild das Laubwerk bis auf eine bestimmte Höhe abgeknabbert hat, begleiten den Besucher in eine ganz eigene Welt. Auf holprigen, steinigen Wegen kann man zu den ehemaligen Wachttürmen hinaufsteigen, die in der Zeit senesischer Herrschaft zum Schutz vor den Sarazenen errichtet wurden. Duftende Rosmarinsträucher und Heidekräuter bedecken die felsigen Wegränder und ab und zu findet sich ein Corbezzolo-Strauch, dessen essbare rote Früchte ein wenig an Erdbeeren erinnern.

Der zeitweise mühevolle Aufstieg wird durch einen einzigartigen Blick auf die Küste und den ihr vorgelagerten Inseln belohnt. Auf den Ucellina-Hügeln, die dem Park den Namen gegeben haben, thronen die alten Türme wie Wächter einer bis heute fast archaischen Natur, wie wir sie auch aus den Gemälden der „Macchiaioli“ kennen, der italienischen Spielart des Impressionismus. Tief unter uns liegen auch die nahezu undurchdringlichen Wälder entlang des Flusses Ombrone, wo in den feuchten Zonen wie in den unzugänglichen Felswänden zahlreiche seltene Vogelarten geeignete Lebensräume vorfinden.

Das tiefblaue Meer begrenzt das etwa zehntausend Hektar große Gelände und für Romantiker empfehle ich den Weg vorbei an den beiden dünnstämmigen Bäumen, deren Zweige sich wie in einer Umarmung umschlungen halten. Blickt man von diesem Punkt hinab ins Tal, erkennt man Wiesen, auf denen Wildpferde und die berühmten Maremma-Rinder grasen. Diese urwüchsigen Tiere mit ihren ausladenden Hörnern kann man jedes Jahr im Mai aus nächster Nähe auf dem Barabbata-Fest in Marta in der Tuscia bewundern, wo die schwarz-weiß gekleideten „Butteri“ sie im Festumzug vorführen. Seit mehr als zwanzig Jahren werden sie auf der Azienda Agricola Regionale di Alberese im Park von den „Cowboys der Maremma“ betreut, die auch die Jung- von den Muttertieren trennen, was unter lautem Gebrüll vor sich geht.

Folgt man dem Weg ins Tal, gelangt man an eine der schönsten Buchten der Maremma. Fast bis ans glasklare Wasser reichen die Sanddünen, auf denen man seltene Pflanzen wie zum Beispiel die weiße Lilie findet. Hier kann man baden, liegen und beim Plätschern der Wellen von alten Zeiten träumen, als noch die Seeräuber die Küsten heimsuchten. Man sollte sich nicht gerade die heißen Monate für den Besuch des Parkes auswählen, da dann wegen der Gefahr von Waldbränden einige Wege abgesperrt werden und das Wandern mühsamer ist. Zu allen anderen Zeiten aber ist die urwüchsige Natur des Uccellina-Parks in der Maremma eine Oase für Körper, Geist und Seele und in den umliegenden Agriturismen findet man beste und gastfreundliche Unterkunft.

Info:
www.parcomaremma.it
www.agriturismoverde.com
Agenzia per il turismo Amiata; e-mail: info@amiata.turismo.toscana.it



Olivenhain im Ucellina-Park
(Foto: E.Christmann)

Dünen am Rande des Parks
(Foto: E.Christmann)


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Per “Meeres-Autobahn” von Rom zur Cote d’Azur
L.M.




Nizza: Karneval

Menton : Fête du Citron


Zum ersten Mal wird eine Meeresverbindung zwischen der italienischen Hauptstadt und den Touristenorten des französischen Midi eingerichtet. Die Meeres-Autobahn Civitavecchia-Toulon hat ihren Vorläufer in der Linie Civitavecchia-Barcelona, die seit einem Jahr vom Eurostar der Gruppe Grimaldi Napoli gestellt wird. Ziel der „Meeres-Autobahn“ ist es, den Autoverkehr vom Land auf das Meer zu verlagern und damit die Umweltverschmutzung zu verringern.

Civitavecchia (Terra Italia) – Seefahrten sind dann schön, entspannend und auch unterhaltsam, wenn ein gewisses Maß an Bequemlichkeit und Entertainment garantiert ist. Es gibt eine steigende Tendenz, per Linienschiff zu reisen und sich in den Genuss einer Mini-Kreuzfahrt zu bringen. Vor kurzem wurde die neue Meeres-Autobahn Civitavecchia (Rom) – Toulon eingeweiht. Zum ersten Mal wurde zwischen der italienischen Hauptstadt und den Touristenorten der Cote d’Azur eine Verbindung über das Meer hergestellt.
Ein modernes pax-ferry-Schiff legt die Strecke zwischen den beiden Städten in nur dreizehn Stunden zurück. Zunächst sind Abfahrten dreimal pro Woche vorgesehen: Abfahrt um 21 Uhr dienstags, donnerstags und samstags von Civitavecchia aus und zur gleichen Zeit von Toulon aus jeweils montags, mittwochs und freitags.
Der 2003 gebaute Eurostar Valencia hat 26.000 Registertonnen bei einer Länge von 186 Metern und einer Breite von 25,6 Metern. Er kann 820 Passagiere transportieren, mehr als 160 Autos, 2230 Meter stehen für LKWs und Anhänger zur Verfügung.

Das Schiff verfügt über 93 Doppelkabinen, zwei Suiten, zwei behindertengerechte Kabinen und 64 Sessel-Plätze (Preise für die einfache Fahrt ab 39,- Euro). Die Ausstattung umfasst Bar-Restaurant mit Selbstbedienung, Aufenthaltsraum mit Bar, Video-Raum, ein Geschäft und eine Bar im Freien.

Die „Meeres-Autobahn“ hat die Zielstellung, eine beträchtliche Anzahl von Kraftfahrzeugen von den Verkehrswegen zu Lande zu entfernen und damit einen Beitrag zur Verminderung von Staus zu leisten, sowie die Luftverschmutzung und Autounfälle zu Spitzenzeiten zu reduzieren.

Die Meeresautobahn Civitavecchia-Toulon folgt auf die Linie Civitavecchia-Barcelona, die bereits seit einem Jahr vom Eurostar der Gruppe Grimaldi Napoli durchgeführt wird. Die letztgenannte Verbindung verkehrt ab kommenden Mai täglich (von Civitavecchia aus bis jetzt montags, mittwochs und freitags). Es wird dafür ein neues, modernes Schiff eingesetzt, der Eurostar Barcelona, der wie der Eurostar Roma für die Strecke nur achtzehn Stunden benötigen wird.

Info:
www.grimaldi-ferries.com
info@grimaldi.napoli.it

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